IKEA

Der Blogtitel unserer diesjährigen Osterreise soll in keiner Weise Werbezwecken dienen. Es ist eher ein (nicht ganz) zufälliges Akronym, gebildet aus ein paar typischen Elementen, die uns beim Besuch dieses Landes bzw. dieser Stadt aufgefallen sind:

I wie Inseln

K wie Kinderwagen

E wie Eisig

A wie Abgesoffen

 

Na, schon eine Idee? Ja, genau, diese Ostern erkundeten wir die schwedische Hauptstadt. Die Anreise erfolgte am Donnerstag Abend in knapp 2 1/2 Stunden mit der SAS von Zürich nach Stockholm.  Für den Transfer vom Stockholmer Flughafen in die City gönnten wir uns eine Fahrt mit dem superschnellen Arlanda-Express (ca. 200 km/h). Dieser moderne Hochgeschwindigkeitszug bringt die ankommenden Fluggäste in nur gerade 20 Minuten zum Zentralbahnhof in der Innenstadt – sehr praktisch aber halt ein bisschen teurer als mit dem Bus oder einem regulären Zug. Vom Zentralbahnhof zu unserem Hotel, dem Radisson Blu – Waterfront, waren es gerade mal rund zehn Minuten zu Fuss. Inklusive einem kleinen Abstecher zum Radisson Blu – Royal Viking, das noch näher am Bahnhof liegt und bei uns deshalb für ein wenig Verwirrung sorgte. Beide Radisson Blu Hotels sind sehr zentral gelegen und ideale Ausgangspunkte für ein Stockholm City-Trip. Ebenfalls sehr praktisch ist, dass das sehr umfangreiche, gut sortierte und sogar bis 12.00 Uhr geöffnete Frühstücksbuffet auch nur den Gedanken an ein Mittagessen weitgehend überflüssig macht.  So machten wir uns am Freitag gestärkt auf, um die nähere Umgebung zu entdecken. Als Erstes lag das „Stadshus“ – Rathaus – auf unserer Route. Das Stadshus ist ein imposantes Backsteingebäude mit einem grossen Innenhof von dem man durch einen Säulengang auf eine weitläufige Parkterasse gelangt. Von dort hat man einen sehr schönen Blick auf die Altstadt direkt am Wasser – ein typisches Stockholmer „Klischee-Bild“. Leider war das Wetter noch etwas trüb und die Temperaturen eher auf der winterlichen Seite – daher hier schon mal das „E“ aus dem Blog-Titel. So marschierten wir bald weiter Richtung „Gamla Stan“ – ein typisches Altstadtquartier mit engen, ja sogar sehr engen Gässchen (die engste offenbar nur gerade 90 cm) und schönen, bunten Stadthäusern. Allerdings gehört dazu auch das natürlich v.a. an Ostern grosse Touri-Gedränge und die unvermeidlichen und zahlreichen Souvenir-Läden, die unserer Meinung nach in Gamla Stan aber etwas stark Richtung Kitsch und Ramsch gehen. Für das Nachtessen suchten wir uns nach einer kurzen Online-Recherche das „Waipo“ aus, ein asiatisches Restaurant, das auch feine Dim Sums servieren soll. War auch wirklich so – hmm.

Stadshus
Stadshus
Blick auf Gamla Stan
Blick auf Gamla Stan
Eine der Hauptgassen in Gamla Stan
Eine der Hauptgassen in Gamla Stan

 

Hier wirds eng ...
Hier wirds eng …

 

Häuserfront in Gamla Stan
Häuserfront in Gamla Stan

 

Fischerboote
Fischerboote mal anders

 

Der Samstagmorgen begrüsste uns mit strahlend blauem Himmel. Das passte super, denn wir hatten uns dafür einen Besuch in „Skansen“ reserviert. Skansen ist eine Art Mischung zwischen Kinderzoo, Tierpark und Ballenberg und liegt etwas ausserhalb des Stadtzentrums, ist aber mit dem Tram in etwa 15-20 Minuten einfach erreichbar. Als wir dort am späteren Vormittag eintrafen stauten sich die zahlreichen Besucher in langen Schlangen vor den vier bis fünf Kassen am Eingang. Allerdings ging es sehr schnell vorwärts, so dass wir nach 10-15 Minuten bereits im Park waren. Wir hatten den Eindruck, dass Skansen eigentlich weniger eine Touristenattraktion als vielmehr ein beliebtes Naherholungsgebiet der Stockholmer ist.  So bewegten sich ganze Kinderwagen-Karawanen durch die hübsch angelegten Wege, vorbei an traditionellen schwedischen Häuschen (Ballenberg) oder Gehegen mit einheimischen Wildtieren, wie Elchen, Rentieren, Geisslein, Bären oder Seehunden (Kinderzoo, Tierpark). Treffpunkt war dann der gross angelegte Grillplatz im Zentrum des Parks. Und hierhin gehört nun auch das „K“ aus dem Titel. Wenn auch nicht gerade exotisch und ein wenig übervölkert, ist Skansen doch eine herzige Stadtoase für die ganze Familie.

 

Traditionelles Schwedenhaus in Skansen
Traditionelles Schwedenhaus in Skansen

 

Skansen - der schwedische Ballenberg
Skansen – der schwedische Ballenberg

 

Rentiere am Faulenzen
Rentiere am Faulenzen

 

Griillplausch im Park
Griillplausch im Park

 

Gleich anschliessend stand nun der erste Museumsbesuch auf dem Programm; und das auch gleich bei der offenbar meistbesuchten Ausstellung in Skandinavien:  Das Wasa-Museum. Das Museum hat nichts, wie man vielleicht annehmen könnte, mit dem bekannten Knäckebrot zu tun. Vielmehr ist das riesige Gebäude genau einem Thema gewidmet, nämlich dem Untergang der schwedischen Galeone „Wasa“, 1628. Das absolute Haupt-Exponat der Ausstellung ist dann auch die 1961 geborgene Originalversion der Wasa – natürlich an vielen Stellen restauriert und repariert. Das Spezielle und auch etwas Kuriose an der ganzen Geschichte ist v.a. auch die Art und Weise wie der damalige Stolz der schwedischen Krone ihrem Schicksal begegnete.  Die Wasa überlebte nicht einmal ihre Jungfernfahrt und sank nach bereits etwa 1300 Metern Fahrt. Die Gründe dafür lagen in der missglückten Statik und den falschen Proportionen. Dafür kann allerdings weniger der Baumeister verantwortlich gemacht werden als vielmehr der damalige König Gustav II. Adolf, der unbedingt eine in Grösse und Feuerkraft alles übertreffende Kriegsmaschine wollte. So genügten zwei starke Windböen, um das eigentlich gar nicht richtig seetaugliche Gefährt sang- und klanglos zu versenken. Zumindest konnte der Nachwelt dadurch ein interessantes Museum gebaut werden, das den Besuchern neben dem einzig erhaltenen Holzschiff aus dem 17. Jahrhundert auch zahlreiche andere Aspekte rund um die Schifffahrt aus dieser Zeit näherbringt. Unschwer zu erraten, dass zu diesem Teil unseres Berichtes am besten das „A“ wie abgesoffen passt.

Die stolze Wasa
Die stolze Wasa
Reich verziertes Heck
Reich verziertes Heck

 

Stimmungsbild nach dem Museumsbesuch
Stimmungsbild nach dem Museumsbesuch

Der Sonntag liefert nun noch die Geschichte, die hinter dem „I“ steckt. Sehr diszipliniert stellten wir unsere Wecker auf 7.00, da wir es auf die 9.30-Fähre nach Vaxholm schaffen wollten. Vaxholm hat rund 5’000 Einwohner und ist Hauptort und Verkehrsknotenpunkt des Stockholmer Schärengartens. Der Ort ist in etwa 1 1/2 Stunden mit der Fähre oder in ca 30 Minuten mit dem Bus von Stockholm erreichbar. Die Fahrt mit der Fähre ist sehr hübsch und führt an zahlreichen kleineren und grösseren Inseln vorbei auf denen dann auch die typischen farbigen und sehr idyllischen schwedischen Sommerhäuschen zu sehen sind. So ein nettes Pippi-Langstrumpf-Häuschen auf seiner eigenen Insel wäre nicht zu verachten – allerdings auch nur in den kurzen Sommermonaten … In Vaxholm angekommen waren wir ein wenig ratlos, was wir in diesem verschlafenen Städtchen eigentlich unternehmen sollten – v.a. als wir merkten, dass die nächste Fähre zurück nach Stockholm erst in ca. 4 Stunden fuhr. Abgesehen von ein paar Cafés, dem Vaxholm-Castle und nicht mehr vorhandenen Geschützbatterien aus dem 2. Weltkrieg gibt es dort nicht wirklich viel anzusehen. Auf die für uns interessanteste Alternative, eine ausgedehnte Wanderung  rund um die Insel, hatten wir nicht allzu viel Lust, da eine starke und eiskalte Brise vom Meer her über die Insel blies. So erkundigten wir uns nach den Busverbindungen und erfuhren dann, dass alle 15 Minuten ein Bus nach Stockholm fuhr. Trotz kaltem Wind erkundeten wir ein paar Quartiere und eine kurzer Küstenabschnitt und machten uns dann nach ca. einer Stunde wieder auf die Rückfahrt. Da wir etwas früher als geplant zurück in Stockholm waren, nutzten wir das wirklich schöne und hier weniger windige Wetter, um nochmals durch die Gassen von Gamla Stan zu schlendern. Es reichte sogar für ein feines Glacé in einer überaus gut sortierten Ben & Jerry’s Gelateria.

Am Pier von Vaxholm
Am Pier von Vaxholm
Vaxholm Festung
Vaxholm Festung

 

Eine der vielen Wohninseln
Eine der vielen Wohninseln

 

Unseren Abreisetag nutzten wir noch zum Shoppen und streiften ein paar Stunden durch verschiedene grössere Shopping-Malls. Da sich weder die Preise noch das Angebot massgeblich von dem unterscheiden, was wir von hier kennen, war das Ergebnis aber eher ernüchternd. Sicherlich gäbe es bei genauerem Hinsehen einige interessante Dinge und Shops zu entdecken – aber dafür reichte Zeit und Interesse bei uns nicht ganz. Am ehesten hatten wir am „Illums Bollighus“ Gefallen gefunden – einem bekannten dänischen Wohn-/Geschenk-/Einrichtungshaus mit vielen coolen Dingen.

Stockholm ist sicherlich eine Reise wert, so richtig warm geworden sind wir allerdings nicht – und das nicht unbedingt nur wegen dem kühlen Osterwetter. Auch wenn wir zugegebenermassen während unseres Kurzaufenthalts sicherlich nur an der Oberfläche gekratzt haben, fehlte uns doch irgendwie  der „Wow-Faktor“, der sich beim Entdecken von Neuem und Unbekanntem einstellen kann.

 

 

 

 

 

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