Wieder mal am Herd..

Hangout!
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Traumstrände und Faultiere
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Jaco, 2./3.September 2007

Samara wirkt auf uns schon irgendwie wie der volle Aussteigerort. Tico-Owner findet man kaum mehr, aber dafür alles andere: Russen, Amerikaner, Schweizer, Italiener und vieles mehr. Wir haben uns ja auch schon überlegt, wie das so wäre, im „Paradies“ zu leben und gleichzeitig noch ein Business zu haben, respektive Kohle zu verdienen.
Aber so paradiesisch es ist, so langweilig kann es auch sein. Wir haben hier mehrere Beispiele erlebt. Zum Beispiel die Besitzer des Hotels, in dem wir in Samara wohnten. Ihre wohl aufwändigste Aktion des Tages ist es, uns Frühstück zu servieren. Dann muss der Herr des Hauses manchmal noch den Pool saubermachen, etwas Chlorpulver reinschütten, ab und zu müssen sie einkaufen gehen, ein bisschen Büroarbeit und für den Rest der Zeit muss einfach einer dasitzen und warten, bis Gäste kommen…Und sie sind sehr nett, aber so Gastgeber, wie wir uns das vorstellen, sind sie bei weitem nicht.
Klar, die Gegend ist schon paradiesisch – und es ist immer schön warm, manchmal schaut ein Aeffchen, ein Iguana oder ein Kolibri vorbei. Während der zwei Abende, die wir hier waren, hatte das Besitzerpärchen so ab fünf Uhr immer ein Bier in der Hand und es schien, als ob sie selbst ihre besten Kunden waren. Und wir haben den Eindruck, es ist nicht nur Alkohol, sondern hier kommt man sehr einfach auch zu anderen Drogen.
Im Hotel trafen wir ein Pärchen aus der Ukraine, das im Moment in Kanada lebt. Die Frau lebte bis vor zwei Jahren für die letzten sieben Jahre in Costa Rica, in Nosara, etwas nördlich von Samara. Dort kaufte sie zusammen mit ihrem Mann ein Stück Land, auf dem er während zwei Jahren Condominiums baute und danach vermietete. Sie sagte, während der zwei ersten Jahre war alles wie im Paradies. Aber dann hatte ihr Mann nichts mehr zu tun ausser seine Ferienwohnungen zu vermieten und fing an zu trinken. Und für sie fing die „Hölle im Paradies“ an, bis sie sich scheiden liessen und alles verkauften. Das scheint die Kehrseite des Paradieses zu sein. Es kann hier so langweilig sein, und so dermassen „easy-going“, dass man gar nichts mehr anderes zu tun hat als ein Bierchen nach dem anderen zu kippen und locker drauf zu sein, und das Tag für Tag. Für Ferien ist das ja ganz okay, und vielleicht auch für Leute, die sich jederzeit mit etwas beschäftigen können, aber wenn nicht, dann ist man sehr gefährdet, Alkohol oder anderen Drogen zu verfallen. Costa Rica ist ziemlich bekannt für seinen Drogenumschlag. Sowieso als Korridor von Kolumbien in die USA.

Unser nächstes grösseres Ziel, der Manuel Antonio Nationalpark, liegt an der Pazifikküste, etwas südlich von San José. Um von Samara dorthin zu gelangen, mussten wir uns entscheiden, ob wir bis ganz an den unteren Zipfel der Nicoya-Halbinsel fahren wollten, um mit der Fähre nach Puntarenas zu shippern. Oder die Nicoya-Halbinsel von Samara aus von West nach Ost zu durchqueren, um dann die längste Brücke von Costa Rica, die „Puente de Amistad“, wieder zurück auf’s Festland zu gelangen. Die „Puente de Amistad“, was soviel heisst wie „Brücke der Freundschaft“, ist, wie der Name schon sagt, ein Freunschaftsprojekt, bei dem Costa Rica von Taiwan beim Bau der Brücke unterstützt wurde. Die Ticos sind sehr stolz auf diese neue und zeitsparende Verbindung der Nicoya-Halbinsel – obwohl die Brücke mit ihren 700m im internationalen Vergleich nicht gerade gigantisch ist – allerdings ist der längste und einzige Tunnel von Costa Rica ja auch nur etwa 500m lang…Wir entschieden uns für die „Landroute“, für die man seit der Fertigstellung der “Brücke der Freundschaft“ auch nicht mehr viel Zeit benötigt.

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Die Fahrt war sehr schön und führte durch eine saftig grüne Dschungel-, Weide- und Wiesenlandschaft. Da Costa Rica ziemlich überschaubar ist, d.h. die Strecken nicht allzu riesig sind, kamen wir voran, trotz ein paar unfreiwilliger Abstecher, die wirklich NUR wegen der veralteten und nicht sehr genauen Strassenkarte, die wir von der Autovermietung erhalten hatten, passierten.. ;-) Die Strassen hier waren mehrheitlich okay, weil neu gepflastert. Aber mit Löchern muss man jederzeit rechnen, deshalb fährt man nicht allzu schnell.

Bereits um ca. 15 Uhr trafen wir in Jaco ein. Jaco ist ein beliebtes Ziel bei Surfern und bei Sportfischern. Zudem ist Jaco DIE Party-Town von Costa Rica, v.a. auch weil Jaco für die Bewohner von San José (werden übrigens Josefinos genannt) der schnellste Zugang zum Meer ist.
Im ersten Moment wirkte Jaco etwas überladen und ziemlich geschäftig. Wir fanden aber etwas ausserhalb des Zentrums ein Apartotel, das nur zwei Minuten vom Meer weg liegt und auch einen Pool hat. Die Apartments haben sogar eine richtige kleine Küche, so dass wir endlich mal selber Znacht und Zmorge machen konnten.

Da wir ziemlich verschwitzt waren vom Autofahren, hüpften wir als erstes gleich in den Pool und lasen ein wenig. Gegen Abend setzten wir uns an den Strand, schauten den Surfern zu und genossen den Sonnenuntergang. Die Beach ist ganz hübsch und die Wellen recht gross – gerade richtig für fortgeschrittene und erfahrene Surfer. Auch die Ticofamilien sind gerne am Strand. Neben uns war eine gerade daran, eine kleine Fiesta zu feiern. Wenn die Damen jeweils bieseln mussten, hockten sie sich gleich mit ihrem Becher Bier in der Hand ins Meer und kamen dann erleichtert wieder raus zum weiterfesten..
Fünf Minuten vor dem Sonnenuntergang fing es wieder einmal richtig zu regnen an. Wir hatten ja, was das Wetter anbelangt, bisher ziemlich viel Glück gehabt. Wir nutzten das Regenwetter gleich, um für unsere Zeit als „Selbstversorger“ einkaufen zu gehen. Der Einkaufswagen wurde ziemlich voll, da wir Zutaten für zwei Abend- und zwei Morgenessen einkauften. Danach schleppten wir alle Tüten zurück und genossen zuerst ein Aperöli mit chilenischem Weisswein. Mmmmh, zum erstenmal seit zwei Monaten wieder einmal richtigen Wein!
Danach gab es Salat, anschliessend Spaghetti mit Tomatensauce und marinierte, gebratene Crevetten. Yummie, nicht schlecht. Mit den Crevetten müssen wir vielleicht noch etwas üben:-) Danach noch ein Abendschwumm und schon bald ins Bett.

Zum Frühstück gab’s Rührei mit Tomaten, Müesli mit frischen Ananas, Bananen, Papaya und Limetten. Lecker – schon schön, wenn man selber kochen kann, im Restaurant gibt es ganz selten genau das, was man sich wünscht, oder dann halt nicht genug davon..
Beim Morgenschwumm entdeckten wir, dass wir Zuschauer hatten: Rund um den Swimmingpool hatten es sich ein paar Leguane auf dem Dach gemütlich gemacht. Offensichtlich war das Dach, bzw. die Regenrinne ihr Zuhause. Sie schauten sehr neugierig auf uns runter, mussten aber die meiste Zeit den Himmel genau beobachten, ob nicht etwa ein Raubvogel seine Kreise zog.
Und wirklich, am Nachmittag konnte R einen Raubvogel beobachten, der sich gerade auf’s Gartentor gesetzt hatte und in der Kralle einen kleinen, noch zabbelnden Leguan festhielt.

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Gegen Mittag fuhren wir zur Playa Hermosa, die etwa fünf Kilometer weiter südlich von Jaco liegt. Die Beach ist berühmt für ihre Monsterwellen – das ist nur was für Könner und schwimmen sollte man am besten gar nicht wegen den gefährlichen Strömungen. Und tatsächlich, die Wellen waren riesig, eher aber in der Länge und weniger in der Höhe. Sie waren nicht höher als etwa die Wellen in Puerto Escondido, Mexico, und brechen viel schneller, also von dem her nicht so ideal für Surfer. Der Strand war sehr schön, mit ganz schwarzem Sand..

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Gegen Abend begann es wieder zu regnen. Wir gingen trotzdem noch kurz im Pool schwimmen und später mussten wir an den Gaskocher, um das Abendessen vorzubereiten. Heute gab es den Rest von gestern:-)

Tom
Tom

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