Unsere eigenen 4 Räder..

Im Nebelwald
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Tamarindo, 30. August 2007

Nachdem wir vor dem Zubettgehen noch alle Ritzen in der Tür zugestopft hatten, gab es für das Mäusepaar kein Reinkommen mehr. Sie waren wohl ziemlich ungehalten darüber, denn am Morgen war ein Plastiksack, den wir unter die Türe gestopft hatten, fast vollständig zerfressen. Wir konnten dafür aber gut, wenn auch nur kurz schlafen – um halb fünf mussten wir bereits wieder aufstehen.
Früh aufstehen gehört langsam zum Alltag, die Ticos stehen allesamt praktisch immer um ca 6 Uhr auf und gehen eher früh ins Bett. Das macht auch Sinn, wenn die Sonne schon um 6 Uhr unter- und um 6 Uhr wieder aufgeht. Es ist für uns auch leichter, früh aufzustehen.
Um 6 Uhr morgens fuhr unser Bus Richtug Interamericana ab. Die Strasse war wiederum sehr holprig, aber die Gegend dafür ausgesprochen sehenswert. Ausserdem kann man im Bus sehr schön das soziale Verhalten der Ticos beobachten. Alle paar hundert Meter winkt einer am Strassenrand, der Bus hält an und er steigt ein. Dann folgt das obligate Schwätzchen mit dem Buschauffeur und meistens kennt man noch den einen oder anderen im Bus, dem gibt man auch die Hand und hält wieder ein Schwätzchen. Die Ticos sind ein geselliges Völkchen und plaudern gerne miteinander. Es macht Spass, das mitzuverfolgen.
Wir probieren uns so gut wie möglich anzupassen. Das heisst, wir grüssen immer freundlich. Wenn wir gefragt werden, wies uns geht, fragen wir auch zurück, teilen dem Kellner oder der Kellnerin immer mit, wenn das Essen gut war, was immer ein Lächeln auf die Gesichter zaubert und stellen fest, dass ein paar freundliche Worte immer Brücken schlagen. Die Ticos sind sehr hilfsbereit und freundlich. Allerdings hört dies immer auf, wo das eigene Business Vorrang hat, dann wird in erster Linie für sich selbst geschaut und auf keinen Fall Ratschläge in anderer Richtung erteilt.
Auf der Interamericana (Panamericana) wurden wir dann abgesetzt und stiegen in den Bus nach Liberia um, der bereits auf uns wartete. Der andere Bus fuhr weiter nach Puntarenas.

In Liberia angekommen, stiegen wir gleich in ein Taxi, das uns zu einer Autovermietung in der Nähe des Flughafens fuhr. Wir hatten uns nun wirklich in die Idee eines eigenen fahrbaren Untersatzes verliebt und wollten für die restliche Zeit in Costa Rica selber herumfahren. Wir wollten einen 4×4 Wagen mit einem verdeckten Kofferraum mieten. Nach der dritten Autovermietung mussten wir wohl oder übel akzeptieren, dass es keine 4×4 mit verdecktem Kofferraum zu mieten gab.Wir haben die Autovermietungen gefragt, ob es denn kein Problem sei, wenn man das Gepäck sähe, weil es offenbar aus diesem Grund so viele Einbrüche gibt. Sie bestätigten, dass das tatsächlich ein Problem sei, aber Autos mit verdeckten Kofferräumen gibt es trotzdem nicht. Nun, so mussten wir uns halt ein wenig umorganisieren..
Der Taxifahrer fuhr uns ganz geduldig zu den verschiedenen Autovermietungen und bot uns sogar an, uns für die ganze Zeit in Costa Rica als Privatchauffeur herumzufahren und rechnete uns gleich einen Preis aus. Das war sehr nett von ihm, wir erklärten ihm aber, dass wir gerne alleine unterwegs sein würden.

Und dann hatten wir also unser eigenes Auto, einen Suzuki „Jimmy“ 4×4. Ist zwar nicht besonders gross und rüttelt ziemlich über die vielen Schlaglöcher, aber das gehört vermutlich dazu. Hauptsache, er fliegt nicht auseinander.
Von Liberia fuhren wir direkt auf die Peninsula Nicoya, die berühmt ist für ihre vielen kleinen Strände. Wir hatten uns die „Playa Grande“ ausgesucht. Als wir dort ankamen, fanden wir dort allerdings nicht sehr viel vor. Da war gar kein richtiger Ort. Vermutlich waren einfach überall kleine Hotels versteckt, aber irgendwie sah es für uns nicht so anmächelig aus. Der Strand und das Meer sahen auch nicht besonders idyllisch aus. Das einzige Iinteressante, das wir entdeckten, waren mittelgrosse Krabben mit total organgefarbigen Beinen.
Wir kehrten um und fuhren nach Playa Tamarindo, einer eher bekannteren Playa. Unterwegs assen wir in einem kleinen Restaurant Seafood-Spaghetti. Mmmh, lecker!
Die „Hauptstrasse“ von Tamarindo ist in sehr schlechtem Zustand: Schlaglöcher, riesige Gunten, bei denen man nie weiss, wie tief sie sind, Steine, die rumliegen, also sehr holprig zum Rumfahren. Ausserdem hatte es ziemlich Verkehr und jeder Fahrer sucht sich auf der Holperstrasse seinen eigenen, idealen Weg, so dass es schon mal vorkommt, das sich zwei hin und her schwankende Autos auf der gleichen Strassenseite entgegenkommen.
Wir fanden etwas weiter weg vom Zentrum eine sehr hübsche Cabina mit einem gemütlichen Aussensitzplatz mit Hängematte. In der Mitte der Anlage hatte es eine kleine Openairküche. Wirklich sehr hübsch. Diesesmal hatte es auch keine Mäuse mehr im Zimmer, nur ein paar Ameisen :-)

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Das Auto liessen wir gleich dort und besichtigten das Dörfchen. Besonders beeindruckt waren wir nicht. Obwohl es ein paar schöne Beizli und Bars hat, machte es eher einen etwas schmuddeligen Eindruck. Das Meer war ziemlich braun und die Beach vergleichsweise unansehlich.
Tamarindo ist bei Nordamerikanern offenbar eine beliebte Destination für Beach-, Surf- und Badeferien.Wir finden, dass es schönere Badeorte gibt und dafür, dass Tamarindo ein Surfermekka ist, fanden wir die Wellen etwas dürftig. Vielleicht sind wir in der falschen Saison gekommen, obwohl uns ein Surfer erklärt hat, dass die Wellen das ganze Jahr über gut sein sollen. Kein Vergleich zu den „Tubes“ in „Puerto Escondido“ in Mexiko (s. Eintrag „Gestrandet“)
Am Abend setzten wir uns noch auf die Veranda in Gesellschaft von zwei ständig miauenden Katzen und gingen schon bald einmal schlafen.

Tom
Tom

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