Tikal

Unter Travellern..
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Zwischenhalt in Coban
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Nochmal Flores, 11.8 bis 13.8.2007

Nach dem Frühstück am Sonntag liefen wir von der Insel Flores nach St. Elena rüber, um Geld zu wechseln. Das stellte sich als ziemlich schwieriges Unterfangen heraus. Es hatte zwar etwa drei Geldautomaten, die mit Cirrus und Maestro beschriftet waren, das heisst, die hätten unsere Karten akzeptieren sollen, doch nein, jeder spuckte sie wieder aus.
Nun latschten wir also ganz St. Elena ab, was keinen gemütlichen Sonntagsspaziergang darstellt, sondern mit sehr viel Verkehrslärm, mit feuchtheissen Abgasen, mit Regen, und mit Moskitos verbunden ist, die natürlich wieder stechen, wenn der Regen das sorgfältig aufgesprayte Antibrumm abgewaschen hat. Dann kleben noch die Hosen mehr feucht als trocken an den Beinen, es hat riesige Regenpfützen, die zu umgehen ein Abenteuer darstellt, weil die Trottoirs so schmal sind, dass eigentlich kein Platz da ist, um sich darauf vorwärts zu bewegen und man somit gezwungen ist, auf die Strasse auszuweichen, wo wiederum Autos, Tuk-Tuks und Motorräder fahren, die keinerlei Rücksicht auf Fussgänger nehmen, geschweige denn den Pfützen ausweichen, um Fussgänger nicht vollzuspritzen.
Da hiess es, Hirn abschalten, nicht zuviel darüber nachdenken und einfach durch…Wir brauchten unbedingt guatemaltekische Quetzal, sonst konnten wir nicht weiterreisen und nicht mal die Mayaruine Tikal besuchen.
Wir probierten alle Maschinen durch, bis endlich eine, die so gar nicht international aussah, 1000 Quetzals ausspuckte. Das sind etwa CHF 150.00., was zwar nicht besonders viel ist, aber mehr konnten wir an diesem Automaten nicht beziehen. Allerdings waren wir schon glücklich, dass wir soviel abheben konnten, denn das reichte für die Fahrt nach Tikal, die Übernachtungen in Flores und die Weiterfahrt nach Coban (Richtung Guatemala City).
Nach dieser Übung besichtigten wir Flores. Die Insel Flores (über eine Strasse mit St. Elena verbunden) liegt am Lago de Petén Itza, einem ziemlich grossen See, und das mitten im Dschungelgebiet. Flores ist auch der Ausgangsort, um Tikal zu besuchen und deshalb ziemlich voll mit Touris.
Es ist ein selten schräger Ort mit einem seltsamen Pseudoambiente (man merkt sicher, Flores hat uns nicht sehr gefallen). Es ist ein ganz kleines Inselchen, das man in ca. einer Viertelstunde umrundet hat. Aber es ist bis zum letzten möglichen Plätzchen mit Hostels, Travel Agencies und Restaurants vollgestopft. Einzelne Restaurants haben sogar flossmässige Beizli in den See hinausgebaut. Die Beizli sind auch der einzige Ort, an denen der Hauch einer (aber keineswegs frischen) Seebrise zu spüren ist. Auf der Insel selber ist kein Luftzug zu spüren, weil alles zugebaut ist. Die Einheimischen machen jeweils nach Einbruch der Dunkelheit ihre Haustüren weit auf, damit ein bisschen Luft rein kommt. Als würde das noch nicht reichen, kann Flores selbstverständlich nicht verkehrsfrei sein, sondern es müssen noch alle Taxis, Töffs, Shuttles und sonstige Vehikel durch die sehr engen Gassen rattern.
Hier gehen wir sicher nie mehr hin.

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img_0912.jpgAnyway, unser Ziel hier war Tikal, und dieser Besuch hat für alles entschädigt. Für fünf Uhr am Montagmorgen hatten wir eine Tour mit Guide gebucht. Nachdem das Shuttle auch die wirklich allerletzten Passagiere vor der wirklich allerletzten hintersten Hoteltüre abgeholt und das Shuttle dann auch wirklich und ganz bestimmt für keinen einzigen Passagier mehr Platz hatte, konnten wir dann so gegen sechs losfahren. Die Fahrt dauerte ca. eine Stunde.

Mit Juan, unserem Guide, spazierten wir dann während der nächsten vier Stunden durch Tikal. Das war einfach wunderbar! Juan sprach sehr gut Englisch und hatte sich im Selbststudium über die Geschichte der Mayas und über Tikal im Besonderen informiert. Die Ruinen liegen mitten im Dschungel. Es war sehr angenehm, von einer zur anderen Ruine zu spazieren und dabei auch die verschiedenen Pflanzen anzuschauen. Juan erzählte uns auch interessante Details zu einzelnen Dschungelpflanzen. Dann sahen wir ein Krokodil, das sich gerade sein Frühstück suchte, konnten Schildkröten, Tukane, Papageien und weitere bunte Vögel beobachten, stiessen auf Skorpione, Taranteln und Spidermonkeys, und hörten immer wieder Brüllaffen. Ausserdem zeigte uns Juan eine orangfarbige Raupe, die grundsätzlich harmlos sei, werde sie aber gekocht, entwickle sie ein Gift, das tödlich wirke. Das sei Einheimischen passiert, die daran waren, Bohnen zu kochen und durch den Dampf seien die Raupen vom Strohdach in den Bohnentopf gefallen und am Morgen waren alle tot.
Dann hätten wir Termiten essen können, aber das hat nur einer in unserer Gruppe ausprobiert. Waren ja auch viel zu klein, sonst hätten wir natürlich schon zugegriffen:-)
Es lohnt sich, Tikal am Morgen früh zu besichtigen, dann hat es noch weniger Leute und ist auch von der Temperatur her angenehmer. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter. Es nieselte zwar ab und zu, aber nie so, als dass wir den Schirm oder die Regenjacke hätten auspacken müssen. Wir mussten für den Eintritt 50 Quetzals zahlen. Ab dem 15. August wird der Preis verdreifacht. Dies, weil Tikal gerade daran ist, einen weiteren der grossen Tempel auszugraben und dafür braucht es Kohle. Aber das ist auch okay, 50 Quetzals für eine solch grosse und schöne Mayaanlage ist sehr günstig.
So um ca. 14.00 Uhr fuhren wir wieder zurück. Das heisst, so ca. eine halbe Stunde später, weil wieder das gleiche Prozedere wie am Morgen ablief und der Bus dann auch wirklich proppevoll war. Unterwegs fing es wie aus Kübeln zu regnen an und zum erstem Mal im Dschungel fröstelte es uns ein bisschen.
Zurück in Flores war es aber wieder heiß. Wir holten noch unsere Wäsche ab, sortierten die Tikalfotos und gingen bald einmal essen.

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Tom
Tom

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