..the Two Towers

Von “Baba Nonyas” und “Chittys”
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“Sightseeing” der angenehmen Art
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Kuala Lumpur, 29. November bis 2. Dezember 2007

Um 10.00 Uhr fuhren mit wir mit dem Taxi zur Melaka Sentral Bus Station und eine halbe Stunde später konnten wir bereits einen Bus nach Kuala Lumpur besteigen. Die Fahrt dauerte rund zwei Stunden und kostete ca. drei Franken. Das Bussystem in Malaysien scheint sehr gut und effizient zu sein. Unser Bus war ein sogenannter „Ekspres“, schön klimatisiert mit wenig Zwischenhalten.

In Kuala Lumpur kamen wir an der  „Puduraya“ Busstation an – ein ziemlich grosser und entsprechend chaotischer Busbahnhof. Gemäss unserem Stadtplan sollte sich die Station eigentlich relativ nahe bei unserem Hotel, dem „China Town Inn“ befinden, doch wir waren uns bezüglich der tatsächlichen Entfernungen nicht so sicher und wussten auch nicht wirklich, in welche Richtung wir loslaufen sollten. Da uns sowieso ein Taxifahrer schon lautstark bearbeitete, beschlossen wir, gleich mit ihm zu fahren. Wir waren uns aber ziemlich sicher, dass er für die kurze Fahrt durch den (allerdings sehr dichten Verkehr) einen happigen „Touri-Bonus“ draufgeschlagen hatte, aber er fuhr uns auf jeden Fall ans richtige Ort.

Unser Hotel lag mitten in Chinatown, an der „Petaling Street“, der belebtesten und bekanntesten Strasse in Chinatown, in der ab ca. 17.00 jeweils auch der berühmte Nacht-Markt stattfindet.
Nach einem kurzen Fussmarsch hatten wir mit unseren Rucksäcken das Hotel erreicht. Unser Zimmer war aber eher eine Enttäuschung. Im Reiseführer hatte es noch ganz gut geklungen – aber unser Zimmer war ein ziemliches Loch ohne Fenster. Wir hatten keine Ahnung, ob’s Draussen hell oder dunkel war, oder ob es regnete. Ausserdem war das Zimmer überklimatisiert, ohne dass wir die Temperatur hätten regeln können – in der Nach froren wir regelrecht! Aber immerhin, es war sauber, und es gab eine warme Dusche und Handtücher. Vom Wetter in KL waren wir überrascht. Wir hatten ein heisseres und feuchteres Klima erwartet, aber es war schon fast angenehm zum Rumspazieren.

Da wir seit dem Aufstehen noch gar nicht zum Essen gekommen waren, gingen wir gleich „Dumplings“ und „Wantan Soup“ essen. Diese gefüllten Teigtaschen gehören zu unseren Favoriten – und glücklicherweise kriegt man die hier fast überall ;-)). Zuhause haben wir auch schon ein paarmal probiert, Dumplings selber herzustellen, sind aber bis jetzt kläglich gescheitert. Das malaysische Essen (Satay, Mee Goreng, Laksa, Nasi Goreng usw.) haben wir ebenfalls schon sehr gut kennengelernt. Wobei uns die Küche manchmal schon etwas zu scharf ist. Den indischen Einschlag merkt man sehr gut.

Die Petaling Street ist wie erwähnt die Haupt-Einkaufsstrasse in Chinatown mit unzähligen Strassenhändlern, die lautstark DVDs, Handtaschen, Uhren, T-Shirts, Kleider und viele andere mehr oder weniger nützliche (..und natürlich immer markenechte :-) Sachen an den Mann, bzw. den Touri bringen möchten. Daneben hat es auch noch die „Schreier“, die einem die Menükarte eines Restaurants, oder die Preisliste für verschiedenste Massagen usw. unter die Nase halten. Die Schreier und Händler im Allgemeinen sind recht anständig und nicht so aufdringlich, wie wir das zum Teil in Lateinamerika erlebt haben.

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Es gibt jede Menge kleiner Strassenküchen, an denen ein Koch wie ein Bartender seine Speisen köchelt, Fruchtstände, an denen man für uns exotische Früchte wie die Dragon Fruit, Guava, Sternfrucht usw. zum essen oder auch als Fruchtsaft kaufen kann usw. Am Abend assen wir in einer der Strassenküchen Poulet mit Reis aus einem Steintopf. Schmeckte sehr gut, auch wenn der unterste Teil verbrannt war und das Huhn einfach in Stücke gehackt war, so dass wir ab und zu noch Knöchelchen rausfischen mussten. Die Begleitmusik zu unserem Essen lieferte ein künstlicher Samichlaus nebenan, der ständig „Yellow Rose of Texas“ plärrte..

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In einer der sehr gut bestückten Buchhandlung deckten wir uns später mit Lektüre über Thailand und Malaysien ein. Der „Lonely Planet“ für ganz Südostasien ist uns fast etwas zu wenig ausführlich. Wir werden uns in nächster Zeit mal irgendwo zurückziehen, um in aller Ruhe unsere Südostasienreise etwas genauer zu planen. In Chinatown mitten in einer Megacity ist einfach so viel zu sehen und so viel los, dass wir gar nicht richtig zur Ruhe kommen..:-)

Am nächsten Morgen standen wir sehr früh auf, suchten die Metro-Station „Pasar Seni“ in der Nähe von Chinatown, kauften dort gleich ein Tagesbillet für zwei Franken und fuhren bis zu den Petronas Towers, unserem Hauptziel in Kuala Lumpur. Wir kamen mitten in die morgendliche „rush hour“ hinein und mussten uns mit all den Pendlern in die zum Platzen gefüllten Wagen pressen –  die armen Leute, die jeden Tag mit dieser Metro zur Arbeit fahren müssen!

Um fast Punkt halb neun kamen wir uns im Untergeschoss der Towers an, wo sich der Schalter befand, an dem man Tickets für den Besuch der „Skybridge“auf dem 41. Stockwerk beziehen konnte (Eintritt frei – es hed solang’s hed..) Beim Anblick der schon riesigen Warteschlange waren wir zuerst mal ein wenig schockiert – wir waren also nicht die einzigen, die diese Idee hatten ;-). Vermutlich waren die ersten Besucher schon vor einer Stunde gekommen, um sicher ein Ticket zu ergattern. Da man aber nichts zahlen und nur Anzahl gewünschte Tickets und seine Nationalität angeben musste, ging es relativ zügig voran. Wir erhielten zwei Tickets für die 9.45 Tour. Somit blieb uns gerade noch genug Zeit, um im Shoppingcenter der Petronas Towers frühstücken zu gehen.

Die Führung begann mit einem kurzen 3D-(Werbe-)Film über Petronas, die nationale Ölfirma von Malaysien und Auftraggeberin, bzw. Besitzerin der Petronas Towers. Das Bauwerk wurde 1997 fertiggestellt und ist zu einer Art Nationalsymbol von Malaysien geworden. Nach dem Film fuhren wir mit einem Turbolift in den 41. Stock auf 172m hoch. Dort konnten wir auf der „Skybridge“ (das ist der doppelstöckige Durchgang, der die beiden Zwillingstürme miteinander verbindet) herumlaufen und die fantastische Aussicht über Kuala Lumpur bestaunen. Ganz schön hoch! Jeder der Türme hat 88 Stockwerke und ist 452m hoch. Bis vor kurzem waren sie die höchsten Türme der Welt, doch „Taipei101“, der neue Super-Skyscraper in Taipei, Taiwan, ist nun mit 502m und 101 Stockwerken der höchste.

Die Türme sind nicht nur echt beeindruckend, sondern sehen auch sehr elegant und harmonisch aus. Rund um die Towers wurde ein riesiger Park angelegt mit Teichen, Wasserspielen, Swimmingpool, Spielplatz undundund…

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…Reni mit 3D-Brille :-)

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Nach dem Sightseeing war wieder mal etwas Organisationsarbeit fällig: Unterkunft buchen und an der Busstation zwei Tickets für die Weiterfahrt nach „Lumut“ weiter im Norden kaufen.

Am Abend zog es uns nochmals zu den Petronas Towers, wo wir ein zweites mal im Park herumspazierten, weil man da eine ausgezeichnete Sicht auf die Türme hat. Am Tag haben die Twin-Towers schon sehr beeindruckend ausgesehen. Doch im Dunkeln, so hell beleuchtet, boten sie einen geradezu magischen Anblick!  Wir konnten uns gar nicht sattsehen und kaum mehr aufhören zu fötelen :-o

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Am nächsten Morgen betrieben wir noch etwas Internet-Recherche in einem kleinen Café mit WLAN, um unsere nächsten Destinationen zu planen und zu buchen. Gar nicht so einfach und immer sehr zeitintensiv!
Nachdem wir nun fast zwei Wochen in verschiedenen Megacities waren,  ist es für uns Zeit, wieder einmal in weniger belebte Gegenden zu reisen. Der Dezember ist hier aber bereits ein Hochsaisonmonat und deshalb ist es etwas schwierig, irgendwo am Meer was Schönes zu einem vernünftigen Preis zu finden. Nach einigen erfolglosen Buchungsversuchen fanden wir in „Pulau Pangkor“ schliesslich ein Resort, das uns gefiel.

Neben Metro und Bussen, gibt es in Kuala Lumpur noch ein weiteres öffentliches Verkehrsmittel, den „Monorail“. Für uns noch etwas Unbekanntes, das wir uns natürlich auch ansehen wollten. Also kauften wir uns ein Ticket und fuhren die ganze Strecke hin- und zurück (ein Weg ca. 30 Min.). Da die Schiene des Monorails auf ca. 10 – 20 Meter über Boden ist, eignet er sich sehr gut, um damit Sightseeing zu machen. Der Nachteil ist allerdings, dass auch dieser Zug zwischendurch ziemlich voll wird und man dann nicht mehr soviel sieht.

Gegen Abend holten wir noch unsere Wäsche ab, die wir tags zuvor in eine Wäscherei gebracht hatten und wanderten noch ein letztes Mal durch den Nightmarket von China Town. Die China Town von KL  ist zwar megainteressant und wir könnten wohl zwei Wochen lang dem Treiben zuschauen und hätten noch nicht alles gesehen, doch auf der anderen Seite ist es auch sehr, sehr laut und chaotisch.
Nun haben wir doch einiges von KL gesehen und sind, v.a. auch wegen unserer etwas deprimierenden Unterkunft, ganz froh, wenn es wieder weiter geht.

Tom
Tom

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