Stadtgeschichten – Teil 1

Hongkong, 19. bis 25. Februar 2007

Der 19. Februar war ein langer Tag. Um fünf Uhr morgens klingelte der „Handy-Wecker“ und wir packten zum letzten mal in Chiang Mai unsere Sachen, da rund drei Stunden später der Flug nach Bangkok ging. Für den Weiterflug nach Hong Kong mussten wir bis 15.00 warten – glücklicherweise lässt sich die Zeit im riesigen, modernen und sehr geschäftigen bangkoker International Airport recht gut totschlagen (..ist auch bestens mit free Wi-Fi abgedeckt).

Als wir zum Check-In von „Royal Jordanien“ kamen, hatten wir zuerst einen kleinen Schreck, da dort schon eine riesengrosse chinesische Reisegruppe rumstand und wir uns schon auf eine längere Warteschlange einstellten. Zu unserer Erleichterung checkten sie dann am benachbarten „China Air“-Schalter ein, so dass wir nach kürzester Zeit unsere Boarding-Karten für den Flug mit Royal Jordanien nach Hong Kong hatten.

Die Check-Ins sind für uns jeweils auch eine gute Gelegenheit, um mal wieder das Gewicht unseres Reisegepäcks zu checken. Wenn’s jeweils ein paar Gramm weniger sind, freut uns das sehr. Diesmal war’s mit rund 30 Kilo ein neuer Rekord. – aber wir bringens sicher noch weiter runter:-))

Drei Stunden später landeten wir pünktlich um 19.00 Uhr in Hongkong (..für den aufmerksamen Leser: Hier beträgt die Zeitverschiebung wieder eine Stunde mehr ;-) Trotz Verrwirrung über das komische Zeichen („ü“) in unseren Namen, knallte der Zöllner seinen Stempel in unsere Pässe und gewährte uns ein 90-Tage Visum. Nach den Zollformalitäten riefen wir wie angewiesen, zuerst mal unser Guesthouse an, und informierten sie über unsere Ankunft – wahrscheinlich gehen unterwegs zwischendurch Gäste verloren….

Um vom Flughafen in in die Stadt zu gelangen, gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten: Taxi, Express- oder Citybus. Da wir es nicht wirklich eilig hatten, entschieden wir uns für die langsamste, dafür günstigste Variante, den Citybus, der uns in ca. 45 bis 90 Minuten zu unserem Ziel an der „Causeway Bay“ bringen sollte. Der Hongkong International Airport bildet gemäss unserem Reiseführer die grösste bedeckte Fläche der Erde – was für uns einfach bedeutete: Er ist riiiiesig. Für den Bau des Flughafens wurde eine ganze künstliche Insel aufgeschüttet. Wir mussten zuerst mal ca. eine halbe Stunde fahren, bis wir überhaupt in Stadtnähe kamen. Doch dann im Zentrum angekommen, erhielten wir schon einen ersten Eindruck vom Hong Kong, wie man es von Bildern kennt: Überall gewaltige und bunte Neonschilder zwischen gigantischen Wolkenkratzern und viel Verkehr und noch mehr Leute..

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Gemäss der Wegbeschreibung, die wir vom Guesthouse erhalten hatten, mussten wir beim 14. Stopp beim „SOGO“-Shoppingcenter aussteigen. Von dort war es nur noch ein kurzer Fussmarsch bis zum „Alisan Guesthouse“, der gleich mitten durch eine wiederum äusserst bunte und belebte Fussgängerzone führte. Zu unserer Befriedigung fanden wir das in einem grossen Wohnkomplex untergebrachte Guesthouse auf Anhieb, und meldeten uns in der winzigen Reception im 5. Stock.

Unser Zimmer befand sich ein Stockwerk tiefer. Wie wir es bereits erwartet hatten, war unsere Unterkunft winzig klein, nicht viel grösser als eine Schiffskabine – aber zweckmässig und mit allem Nötigen ausgestattet ..auch schlafen konnten wir ausgezeichnet.

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Die ersten zwei Tage hatten wir wunderbares Wetter, was wir auch gleich nutzten. Zuerst besuchten wir den nahegelegen „Victoria Park“, wo wir einigen Hongkongern bei ihrem täglichen T-Chi Training zusehen konnten. Anschliessend marschierten wir auf der gepflegten Uferpromenade dem berühmten „Victoria Harbour“ entlang bis zum architektonisch beeindruckenden „Convention Centre“, von wo wir durch ein paar der allgegenwärtigen Shoppingcenters zum sehr idyllischen und schön angelegten „Hongkong Park“ gelangten. Der Park ist offenbar ein beliebter Ort, um zu heiraten – jedenfalls war grad eine Brautpaar-Fotosession in Gange und auf dem Parkplatz hatte es speziell für Brautpaare reservierte Plätze :-o

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Am späteren Nachmittag bestiegen wir das „Peak Tram“, die Bergbahn, die uns zum hoch über der Stadt gelegenen „Victoria Peak“ bringen würde. Die durch Schweizer Ingenieurskunst (VonRoll) realisierte Bahn sah ein wenig aus wie das Rigi-Bähnli. Allerdings war die Steigung, v.a. am Anfang, dermassen stark, dass eine Standseilbahn hier viel bessere Dienste geleistet hätte. So wurde man beim Hochziehen unschön in die Holzbank gedrückt und hatte ein wenig den Eindruck, in einem Achterbahn-Wägelchen zu sitzen, das auf den höchsten Punkt gezogen wird ;.-o

Von der „Bergstation“ hat man eine wunderbare Aussicht auf die einmalige und sehr dichtgedrängte Skyline von Hong Kong. Was sich bei anderen Grossstädten auf die sogenannte „Downtown“ beschränkt, erstreckt sich hier über eine riesige Fläche, die ganz Hong Kong-Island und Umgebung einnimmt. ..sehr eindrücklich!

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Wir wanderten in rund einer Stunde um den Hügel herum, von wo man auch auf die andere, wesentlich weniger besiedelte Seite und das südchinesische Meer hinuntersieht. Um eine gute Aussicht auf die nächtliche Skyline zu haben, wanderten wir bis ganz auf den Gipfel hinauf – zumindest machten wir den Versuch; denn wie wir nach dem anstrengenden Aufstieg herausfinden mussten, war der Gipfelbereich abgesperrt, weil mit grossen Antennen bestückt :-(

Wohl oder übel zottelten wir also wieder runter, Richtung Bergstation, wo wir in der Nähe doch noch eine gute Stelle zum Fötelen fanden..Obwohl wir ziemliches Glück hatten, was die Aussicht anbelangt und uns weder Wolken noch Regen die Sicht versperrten, ist auf den Fotos deutlich zu sehen, dass der Smog auch das seinige beiträgt, um die Stadt in einen permanenten herbstlichen Nebel zu hüllen.

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Trotzdem sehr zufrieden mit der einzigartigen Aussicht auf das nächtliche Hong Kong liefen wir zurück zum Peak Tram. Oje, vor dem Eingang hatte sich eine riesige Schlange gebildet – wir waren halt nicht die einzigen, die sich das einmalige Nachtpanorama ansehen wollten ;-o ..aber daran müssen wir uns hier wohl gewöhnen, in einer Stadt, in der’s fast überall Warteschlangen hat, sei es vor Restaurants oder (wie wir erstaunt beobachten konnten) vor Armani und Gucci-Läden..

Am folgenden Tag wollten wir uns in einem der zahlreichen und überdimensionalen Shoppingcenter ein wenig umsehen – die Preise sind hier allerdings nicht wirklich tiefer als bei uns, aber dafür ist die Auswahl unglaublich gross und da momentan auch grad Neujahrs-Ausverkauf ist, gibt es schon die Möglichkeit sich ein Schnäppchen zu ergattern. Wir nutzten das auch gleich und ersetzten unsere alt- und sehr wohlgedienten Faserpelz-Jacken. Hier gibt’s ein paar ganz gute Outdoorläden, ein richtiges Paradies für uns:-)

Danach fuhren wir mit der „Star Ferry“ von Hong Kong Island durch den Victoria Harbour auf die andere Hafenseite nach Kowloon und boebachteten dort fasziniert, wie die Dämmerung die unzähligen Lichter der gegenüberliegenden Skyline zum Erstrahlen brachte. Das war fantastisch und wiederum sehr eindrücklich.

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Für den nächsten Tag hatten wir uns eigentlich den „Ocean Parc“ – eine Art Vergnügungspark mit Aquarien, vorgenommen und standen deshalb auch sehr früh auf. Doch enttäuscht mussten wir feststellen, dass es regnete!

Wir suchten also nach einer anderen Indoor-Variante und da T sich noch gerne die neuesten Gadgets anschauen wollte, fuhren wir nach Wan Chai, wo sich eines der vielen Mega-Computer-Shoppingcenter befindet. Doch dafür waren wir um ca. 10.30 Uhr noch vieeeel zu früh – war noch alles geschlossen. Deshalb ging’s mit der Metro weiter zur Sheung Wan Station (in Hongkong gibt’s eine Kombikarte, die „Octopus“, mit der man in vielen Öffis und sogar Läden zahlen kann). Von dort marschierten wir zum „Western Market“, wo es für uns aber nich sonderlich viel zu sehen gab.

Die „Hollywood Road“ und die umliegenden Strassen fanden wir schon etwas interessanter. Das wäre was für unsere Flohmarktliebhaber! Haufenweise Antiquitäten, echte und unechte, und haufenweise Ramsch, unter anderem kleine Kunstwerke aus Mammutelfenbein:-) Und vor einem Laden hatte es doch tatsächlich Säckchen mit getrockneten Seesternen, Haifischflossen, Seepferdchen!, und (ohne Witz) ein Körbchen mit getrockneten Hundepenissen..;-o. (..der Verwendungszweck ist uns allerdings nicht ganz klar..!?)

In der Hollywood Road steht auch der chinesische „Man Mo Temple“, soll offenbar einer der „atmosphärischsten“ Orte in Hongkong sein – wahrscheinlich weil die „Atmosphäre“ von den zahlreichen Räucherstäbchen extrem rauchgeschwängert war!! War für uns schon ein wenig zuviel des Guten – zumindest hatten wir beim Herauskommen das Gefühl, frische Luft zu atmen (was in Hong Kong ja nur selten der Fall ist..;-)

Nach diesem interessanten Spaziergang bestiegen wir wiederum die Metro, um nach Kowloon auf der anderen Seite des Victoria Harbours zu gelangen. Dort erwiesen wir der „Avenue of Stars“ unsere Ehre. Das ist die hongkonger Version des „Walk of Fame“ in Hollywod. Die verschiedensten, uns meist unbekannten (ausser Bruce Lee und Jackie Chan) Stars und Sternchen des asiatischen Films sind dort, teilweise auch mit Handabdruck, verewigt. Auf dem Weg dorthin mussten wir von der Metrostation, wie könnte es auch anders sein, durch ein Shoppingcenter laufen und da es draussen regnete, wurden beim Eingang Plastikhüllen für die nassen Schirme verteilt, damit auch ja kein Tröpfchen den edlen Boden versaute :-) Und übrigens, wenn die Shoppingcenter am Morgen ihre Pforten öffnen und die kauflustigen Leute hineinströmen, stehen sämtliche Verkaufs-Mitarbeiter vor ihren jeweiligen Läden und begrüssen die Besucher mit einem dezenten Bückling! ..Der Konsum ist zweifellos eines der wichtigsten Rädchen, die diese Metropole in Bewegung hält!

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Fortsetzung folgt…..

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