shop till you drop..

Singapur, 22. bis 26. November 2007

Am Morgen fuhren wir mit dem Airport-Shuttle zum Flughafen von Brisbane. Unser Flugticket nach Singapur hatten wir schon vor längerem online gebucht –  ein günstiges Angebot von „Etihad“, der Emirate Airline –  die fliegen offenbar erst seit kurzem auch von und nach Brisbane.

Beim Einchecken erlebten wir allerdings eine unangenehme Überraschung. Um mit Etihad nach Singapur fliegen zu können, mussten wir einen Beweis vorlegen, dass wir aus Singapur auch wirklich wieder ausreisen. Einen solchen handfesten Nachweis hatten wir aber nicht, da wir in Singapur ein Zugticket kaufen wollten, um mit dem Zug über die Grenze nach Malaysien zu fahren.

All unsere Erkärungsversuche und Überredungskünste nützten jedoch nichts, die Airline blieb hart. Ohne was Schriftliches ging gar nichts… Na super, das hätten wir lieber schon beim Bestellen des Tickets erfahren und nicht erst beim Einchecken. Und das Ganze war sowieso etwas unsinnig: Wenn wir wirklich in Singapur hätten bleiben wollen, hätte uns ein Zugticket für 20 Dollar wohl kaum davon abgehalten – aber Regeln sind halt Regeln ;-o

Simon, dem zuständigen Mann, war es auch nicht ganz wohl, dass er so hart sein musste und stellte uns einen Laptop zur Verfügung, sodass wir online ein Zugticket von Singapur nach Malaysien organisieren konnten. Doch leider funktionierte die WLAN-Verbindung in genau diesem Moment nicht mehr… Langsam wurden wir etwas nervös, da die Zeit etwas knapp wurde. Die Etihadleute schleppten uns schliesslich mit unserem ganzen Gepäck zu ihren Büroräumlichkeiten im Untergrund des Flughafens. War für uns natürlich höchst interessant zu sehen, wie ein Airlinebüro hinter den Kulissen so aussieht und funktioniert. Dort konnten wir schliesslich ein Zugticket von Singapur nach Malaysia buchen und ausdrucken. Simon checkte das Ticket nochmal und war höchst erleichtert, dass wir so kooperativ gewesen waren. Das machen wir doch gerne:-))

Abgesehen von diesem ärgerlichen und unserer Meinung nach unnötigen Zwischenfall ist Etihad Airline erste Sahne. Ausgezeichnetes „On-Board-Entertainment-System“, sprich schön grosse LCD-Screens für Jedermann und ein grosse Auswahl an Filmen, Musik, Games etc. Dann gab’s ein feines Viergangmenu, kleine Snacks und Desserts und sogar Alkohol (was uns erstaunt hat an einer emirate airline – von wegen Muslim..das Angegot wurde allerdings ziemlich rege benutzt). Neben uns sass ein 18jähriges Mädchen von der „Gold Coast“ Australien, das uns erzählte, dass es ihr erster Flug sei und sie von Singapur nach Abu Dhabi weiterfliege, wo sie ihre Eltern abholen würden. Bianca hat uns während fast des ganzen Fluges köstlich unterhalten. Ihr war sooo langweilig. Als wir ihr vorschlugen, sie solle doch einen Film schauen, meinte sie: „I’m just a kiddo, I am easily bored“. Das nächste Jahr wird sie in Europa verbringen und kommt auch in der Schweiz vorbei. Wir haben sie auf jeden Fall eingeladen, sofern wir dann zu Hause sind.

Am Abend um halb sieben mit zwei Stunden Zeitverschiebung (Singapur und die Schweiz hat somit nur noch einen Zeitunterschied von sieben Stunden) sind wir in Singapur angekommen. Endlich! Ein Traum ging wieder in Erfüllung. Die Stadt wollten wir schon immer mal sehen. Zollformalitäten gingen sehr schnell und kein Mensch fragte nach einem Ausreiseticket!

Am Flughafen wechselten wir noch unsere restlichen Australiendollar in Singapurdollar, hoben Geld ab und riefen ein paar Budget-Hotels an. Dummerweise hatten wir erst an diesem Morgen gemerkt, dass die Reservations-Daten bei unserem ursprünglich gewählten Hotel in Singapur nicht richtig waren – wir hatten ein Woche zu früh reserviert ;-o. Nach dem fünften Anruf klappte es: Das „Mayo Inn“ gleich bei Little India hatte noch ein Doppelzimmer, sogar mit eigenem Bad.

Da kein Shuttle bis zum Mayo Inn fuhr, mussten wir ein Taxi nehmen. Dieses war zwar mit GPS  ausgerüstet, doch die Mayo Street und das Mayo Inn musste der Taxifahrer trotzdem ganz schön suchen. Das Zimmer ist halt nicht grad Holiday Inn- oder ShangriLa-mässig, aber es ist schön sauber, genügend gross und eben, eigenes Badezimmer ..und sogar mit free WLAN für rund DHF 50.00. Das ist für Singapur ein recht guter Deal, kostet doch ein Dorm-Bett im Hostel auch schon US$ 20.00.

Wir waren zwar schon ziemlich müde, doch wie es unsere Tradition ist, liessen wir es uns nicht nehmen, unseren ersten Abend auf einem neuen Kontinent mit einem einheimischen Bier, dem Tigerbeer zu zelebrieren :-) Gleich neben dem „SlimlimTower“ eine Reihe kleine openair-Restaurants. Die Singapuri sitzen auch gerne draussen und trinken ganz schön viel Bier!! Hier merkten wir auch, wie heiß und feucht es in Singapur ist.

Am nächsten Morgen besuchten wir zuerst den „SimlimTower“, der gleich neben unserem Hotel liegt. Das Hochhaus ist vollgestopft mit kleinen Elektronikläden, wie bei einer Elektronik-Messe. Computer und Video-/Audiozeugs bis unter die Decke.. Zum Teil wird die Ware sogar ziemlich marktschreierisch angepriesen. Der Konkurrenzdruck scheint gross zu sein.

Nachher probierten wir das asiatische Essen aus und fanden gerade vor der Mittagessen-rush-hour ein nettes Lokal, wo wir in aller Ruhe etwas auswählen konnte. Eine Viertelstunde später war schon das ganze Lokal voll. Fürs erste Mal klappte es ganz gut: Was wir bestellten, konnten wir auch essen und es schmeckte sogar noch ausgezeichnet. Selbstverständlich assen wir auch mit Stäbchen. Bloss wo die Servietten waren, haben wir nicht rausgefunden.

Anschliessend spazierten wir zur berühmten „Orchard Road“, wo all die riesigen Einkaufscentren liegen. Riesig ist der richtige Ausdruck: Jeweils sechs, sieben Stockwerke mit unzähligen Shops und Restaurants und da der  Nationalsport der Singapuri Shopping ist, sind die Centers jeweils auch seehr voll. Im obersten Stock eines der Einkaufscentren war sogar ein Kino und da gleich ein Film lief, den wir beide sehen wollten, gingen wir am späteren Nachmittag ins Kino. Das war sehr erholsam, wir waren von der Hitze noch etwas erschlagen. R musste sich dann allerdings ziemlich warm anziehen, da die Klimaanlage im Saal auf Kühlschrank-Temperatur eingestellt war..

img_4600.JPG

img_4673.JPG

Am nächsten Morgen machten wir uns auf, Little India zu entdecken. Um 10.00 war allerdings noch nicht sehr viel los – ausser einem buddhistischen Tempel, der rappelvoll war. Mit dem MRT (mass rapid transit, der Metro), der wohl schnellsten und bequemsten Art in Singapur herumzufahren, fuhren wir zum „Clarke Quai“, einem neuen topmodernen in-Quartier mit vielen orginellen Bars und Beizen, und spazierten am Flussufer entlang, setzten uns hin und schauten dem Treiben zu. Es ging nicht lange, da setzte sich ein Inder zu T und sagte ihm in 5 Minuten die Zukunft voraus. Nun ja, nicht besonders überzeugend, aber lustig war’s. Nach einem kurzen Besuch in einem riesigen  IT-Shoppingcenter, (wir sind immer noch auf der Suche nach einem WLAN-Finder, den wir in Auckland verloren hatten), bestaunten wir noch die Skyline des Business Districts und das etwas seltsame Wahrzeichen von Singapur, einen Löwen/Fisch, aus dessen Schnauze ein Wasserstrahl ins Meer sprudelt.

img_4633.JPG

Und wieder fuhren wir mit dem MRT zur Orchard Road. Die Shoppingcenter lassen einen nicht los. Fast hat es uns ein wenig gefuchst, dass wir am Reisen sind und nicht mehr Sachen mitnehmen können. Wir hätten zu gerne jede Menge Sachen gekauft. Wer gerne shoppt (oder auch isst), für den ist Singapur ein Paradies!

Da wir beim Shoppen oder eben Windowshoppen auch ein paar Kilometer zurückgelegt hatten und  unsere Füsschen inzwischen ziemlich weh taten, gönnten wir uns eine Fussreflexzonenmassage im fünften Stock eines der riesigen Einkaufscentren. Aah, das tat gut und die Jungs haben sich gefreut, dass wir bei ihnen reingeschaut hatten. Da es inzwischen Dunkel geworden war, fuhren wir nochmals zur „Harbour Front“, um die nächtliche Skyline zu bewundern. bevor wir mit der Metro wieder nach  Little India fuhren, um nepalesische Momos (gedämpfte Teigtaschen) zu essen. Little India war im Gegensatz zum Morgen wirklich zu einem kleinen Mumbai geworden. Sehr lebendig, sehr laut und extrem interessant für uns. Und auch am Abend ist es immer noch ziemlich heiß und mit der scharfen Sauce lief uns der Schweiss nur so runter.

Am nächsten Morgen besuchten wir Chinatown, das allerdings einen etwas gar künstlichen und touristischen Eindruck machte. Der hinduistische Tempel hingegen war sehr interessant…
Danach frönten wir nochmals dem Nationalsport Singapurs und besuchten ein paar weitere Shoppingmalls, stärkten uns mit frischen Fruchtsäften und Noodlesoup, bevor wir dann vor soviel Überfluss und Menschenmassen erschöpft kapitulierten und nach Little India zurückfuhren.

img_4701.JPG

In der letzten U-Bahn-Station retournierten wir unsere aufladbaren Metro-Karten und erhielten Depot und den Restbetrag zurück, der noch auf der Karte gespeichtert war – eine wirklich praktische Sache. Am Abend assen wir in den Foodstalls gleich neben den SimlimTowers Ananasreis und um 21.00 Uhr hatten wir noch einen Skype-Termin mit der Schweiz..

Anschliessend stopften wir wieder unsere Backpacks, da wir am nächsten Morgen per Zug nach „Melaka“ in Malaysien weiterreisen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.