Of Beasts, Bushcamps and Braais

Im Juli 2013 besuchten wir T’s Schwester in ihrem Bush-Chalet im Sabie Park Nature Reserve gleich neben dem Krüger Nationalpark. (s. Reisebericht). Durch die mehrmaligen schönen Besuche und Game-Drives im Krüger NP entstand bei uns das Projekt den ganzen Park auf eigene Faust der Länge nach von Norden bis Süden zu durchqueren. Mit einer Fläche von rund 20’000 m2 und einer Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 350 km gehört er zu den grössten Nationalparks Afrikas. Mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h hätten wir den Park also in rund 7 Stunden durchqueren können. Um die äusserst vielseitige Tierwelt ausgiebig erkunden und beobachten zu können benötigten wir für die ganze Durchquerung schlussendlich jedoch ganze 12 Tage bei denen wir ausser den letzten zwei Nächten den Park nie verliessen. In der Vorbereitungsphase konnten wir auf der gut gestalteten Website der South African National Parks (Sanparks) unsere Übernachtungen in den gesamthaft 12 offiziellen Hauptcamps des Parks online reservieren. Da wir ursprünglich mal die Absicht hatten als „Self Caterers“ unterwegs zu sein, buchten wir jeweils ein Hüttchen mit Kochmöglichkeiten und -geschirr. Nachdem nun alle Übernachtungen und Fortbewegungsmittel organisiert waren konnte es also losgehen.

Dank Frühbuchung erreichten wir mit SWISS-Direktflug das kühle Johannesburg in den frühen Morgenstunden. Da wir erfahrungsgemäss nach dem rund 10-stündigen Flug etwas Erholung brauchten, gönnten wir uns einen Tag Zwischenaufenthalt im Protea-Airport Hotel bevor es am nächsten Morgen wiederum sehr früh mit einer kleineren Propellermaschine nach Phalaborwa im Norden des Krüger NP weiterging. An diesem schnuckeligen Flughafen konnten wir dann auch gleich unser Mietauto in Empfang nehmen. Nach einem Stopp im örtlichen SPAR, wo wir uns mit Proviant für unsere Game-Drives eindeckten, ging es direkt durch das sehr nahe gelegene Phalaborwa-Gate in den Park. Auf der ersten Etappe fuhren wir gleich zum zweitnördlichst gelegenen Shingwedzi-Hauptcamp, von wo aus wir dann auch ‚Pafuri‘, den nördlichsten Punkt des Parks besuchten. Wie schon erwähnt, arbeiteten wir uns die nächsten zwölf Tage auf verschiedensten Haupt- (Teer) und Nebenstrassen (Schotter) ganz laangsam Richtung Süden vor. Wie früher auch schon auf Safari durften wir dabei wieder unvergessliche Momente und Begegnungen mit ganz grossen oder ganz kleinen Parkbewohnern erleben.

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Dabei hinterliessen die teilweise gigantisch wirkenden afrikanischen Elefanten einen etwas besonderen Eindruck. Mehr als einmal erschreckten wir, als auf langsamer Pirschfahrt plötzlich einer der grauen Riesen aus dem dichten Bush heraustrat und wir nicht recht wussten, ob wir nun sofort anhalten oder schleunigst weiterfahren sollten. Ziemlich unwohl wurde es uns, als wir auf einer Seitenstrasse unversehens in eine ganze Elefanten-Gruppe hineinfuhren und die Kolosse plötzlich vor, hinter und neben uns umherstapften. Mit einem seeehr langsamen Wendemanöver konnten wir uns dann aber unbehelligt aus der Affäre ziehen. Ein anderes mal, wieder auf abgelegener Nebenstrasse, hatte ein störrischer Bulle irgendwie einfach keine Lust uns passieren zu lassen und lieber ein wenig mit uns zu spielen. In Unkenntnis seiner wirklichen Absichten beschlossen wir hier kehrt zu machen und wieder auf die Hauptstrasse zurückzukehren. Grundsätzlich sind diese Dickhäuter ja friedliche Tiere und bei den meisten Begegungen wäre wohl nichts passiert. Da wir uns jedoch immer noch zuwenig auskennen mit den spezifischen Verhaltensweisen, haben wir es vorgezogen auf Nummer sicher zu gehen – Im Mietwagen von einem Elefanten auf’s Dach gelegt zu werden macht ja auch nicht wirklich Spass.
Daneben konnten wir von den sogenannten ‚Big Five‘ (Afrikanischer Elefant, Nashorn (Spitzmaulnashorn, Breitmaulnashorn), Büffel, Löwe und Leopard) mit allen ausser dem Leoparden Bekanntschaft machen. Dafür hatten wir wiederum das seltene Glück einen Gepard bei zwei Gelegenheiten kurz vor die Kamera zu kriegen.

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Es versteht sich, dass einem auf einer solch ausgedehnten Tour durch den NP nicht ständig irgendwelche Tiere über den Weg laufen. Während vielen Stunden sahen wir keine oder nur sehr wenige Tiere (ausgenommen die allgegenwärtigen Impala-Gazellen oder irgendwelche uns unbekannten Vögelchen). Wenn man sich allerdings die riesige Ausdehnung des Parks vor Augen hält und bedenkt, dass auf dem vorhandenen Strassensystem nur gerade mal so 5% der gesamten Fläche erkundet werden können, ist es schon erstaunlich, dass es trotzdem so viele Tierbegegnungen gibt. Schlussendlich hängt vieles auch vom Glück ab und davon im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein. In den zwölf Tagen erlebten wir viele kleinere und grössere Episoden und -Momente, die im Detail diesen Rahmen sprengen würden. Wir genossen die Zeit in der für uns unbekannten und immer wieder überraschenden Natur sowie den fehlenden Internet-, Handy- und Fernsehempfang.

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Neben den zahlreichen witzigen, erstaunlichen, kurzen oder ausgedehnten Tierbegenungen war nur schon die Durchquerung des Krüger NP mit den Nächten in den Camps ein spezielles Erlebnis. Obwohl die Camps vom Layout und der Infrastruktur her ähnlich gestaltet sind, hat doch jedes durch seine Lage wieder einen eigenen Charakter. Vor allem bei den Camps, die an einem der grossen Flüsse liegen, sind besonders viele und interessante Tierbeobachtungen möglich. Die spezielle Camp-Atmosphäre, wenn nach dem Eindunkeln ein Braai- (Grill-)Feuerchen nach dem anderen vor den Hüttchen entflammt, haben jedoch alle Camps gemeinsam. Da wir nicht wirklich ausgerüstet waren für ein anständiges Braai (Holz, Kohle etc.), konnten wir dem gemütlichen Treiben der Einheimischen zunächst nur zuschauen und verpflegten uns in den mehr oder weniger feinen Camp-Restaurants (Da in vielen Camps die Wintermonate für Umbau und Renovationen genutzt werden, fand das öfters in einem Provisorium statt.) Nachdem wir dann aber in einem der Camp-Shops auf die praktische ‚Braai-Box‘ stiessen, brannte auch vor unserem Hüttchen ein Grillfeuer. Die Braai-Box ist ein All-In-One-Grillfeuer bestehend aus einem kleinen Holzkistchen, in dem eingewickelt in Zeitungspapier etwas Holzkohle ist. Man braucht dann nur den dazugehörigen Zündwürfel drunter zu legen und schon kann’s losgehen.

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Die letzten zwei Nächte verbrachten wir im Protea-Hotel, das gleich beim Paul Kruger-Gate im südlichen Teil des Parks liegt. Wir hatten das Hotel bei unserem letzten Besuch des Parks kurz für einen Apéro mit T’s Schwester und Schwager besucht. Da es und damals sehr gefallen hat, wollten wir das schöne Hotel noch etwas ausgiebiger geniessen. Zudem war uns das im Süden gelegene Hauptcamp im Park (Skukuza) etwas zu gross und ‚busy‘
Nach den überraschend schnell zu Ende gegangenen zwölf Safari-Tage verliessen wir den Park durch das ‚Numbi‘-Gate, verbrachten noch eine Nacht in einem Hotel nahe beim Flughafen von Nelspruit und flogen dann am nächsten Tag über Johannesburg nach East-London, um dort noch ein Paar Tage mit T’s Schwester und Schwager in ihrem sehr empfehlenswerten B+B Europa Inn zu verbringen.
Wie immer hatten wir eine sehr schöne Zeit mit ihnen und genossen die gemeinsamen Stunden, die Ausflüge und die grosse Gastfreundschaft.
Schweren Herzens nahmen wir wieder Abschied vom südlichen Afrika und reisten über JB wieder direkt zurück in die Schweiz, wo uns gerade die erste richtige Hitzewelle empfing.

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