Etosha-Special

Rund 2 1/4 Jahre nach dem Abschluss unserer Weltreise und der Rückkehr in die Schweiz, ging’s diesen September wieder mal für mehr als nur einen Tag so richtig weit weg! ..und zwar für 10 Tage nach Namibia. Da wir während der Weltreise schon eine grössere und ziemlich umfassende Namibia-Rundreise machen konnten, wollten wir uns während dieser Zeit hauptsächlich auf’s „Game-Driving“ konzentrieren. Dafür hatten wir uns folgende Route zusammengestellt:

– Tag 1:     Windhoek
– Tag 2-4:  Waterberberg Plateau Park
– Tag 5-9:  Etosha National Park
– Tag 10:    Windhoek

Der ganze Vorbereitungs-und Buchungsprozess war leider ziemlich kurz bemessen, so dass es nicht ganz einfach war, für die von uns gewünschte Tour ein befriedigendes Angebot zu bekommen. Schliesslich konnte uns die Reiseagentur „Drive South Africa.co.za“ doch noch ein Arrangement für Unterkünfte und Mietauto zusammenstellen, das so ziemlich unseren Vorstellungen entsprach.
Da wir wie gesagt buchungsmässig recht knapp dran waren, mussten wir uns mit einem Flug begnügen, der uns von Zürich zuerst mal nach London führte, bevor es dann über Johannisburg nach Windhoek ging. Natürlich immer verbunden mit jeweils mehrstündigen Aufenthalten in Zürich, London und Jo’burg, so dass die Hinreise gut und gerne rund 30 Stunden in Anspruch nahm. Aber bekanntlich ist ja der Weg das Ziel und dank dem „Personal Entertainment System“ an Bord unserer British Airways-Maschine waren die über zehn Flugstunden von London nach Jo’burg einigermassen erträglich und kurzweilig.

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Gepäck-, Flug- und Zollformalitäten gingen allesamt problemlos über die Bühne. So dass wir einzig noch ein wenig gespannt waren, ob die per E-Mail erhaltenen Voucher für Mietwagen und Unterkünfte auch wirklich echt und gültig waren. Nachdem wir allerdings unseren KIA Sportage auf dem Flughafen von Windhoek schnell und unkompliziert in Empfang nehmen konnten, waren wir beruhigt, dass  wohl auch die anderen Vouchers keine Probleme machen würden.
Das Gepäck war schnell verstaut und wir auf dem Weg Richtung Windhoek-Center. So ein bisschen kannten wir uns ja von unserem letzten Besuch her bereits in der einigermassen überschaubaren Hauptstadt Namibias aus. Mit einem Stadtplan bewaffnet fanden wir dann die Adresse unsererer Unterkunft in Windhoek auch ziemlich zügig. Allerdings waren wir dann doch ein wenig erstaunt, dass sich dort anstelle des gesuchten Hotels die „Polytechnic of Namibia“ befand.  Leicht genervt versuchten wir bei den „Security-Guys“ beim Eingang zur Hochschule herauszufinden, wo sich das Hotel „Kleines Heim“ wohl befinden könnte. Mit der Information, dass das Hotel irgendwie zur Hochschule gehört, jedoch ohne brauchbare Wegbeschreibung oder Adresse ging die Suche weiter.
Mangels anderer Quellen (es war ja Sonntagabend) hielten wir kurzerhand bei einem anderen Hotel und fragten dort nach unserer Bleibe. Dort erhielten wir dann glücklicherweise eine gezeichnete Wegbeschreibung – zu unserer Erleichterung befand sich das  „Kleines Heim“ nur etwa fünf Autominuten entfernt, wo wir das gemütliche Hotel & Garni dann auch problemlos fanden.

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„Kleines Heim“

Nach einem erfrischenden Bad im eher kühlen Pool, genossen wir ein feines Znacht in einem nahegelegenen Restaurant mit dem passenden Namen „NICE“. Das stylishe Restaurant gehört eigentlich zu einer Kochschule und steht für Namibian Institut of Culinary Education. Wirklich sehr fein, gemütlich und stylish..

Einigermassen erholt von der langen Anreise ging es am nächsten Tag rund 300 km Richtung Norden zum Waterberg Plateau Park. Wir hatten nicht allzu viele Informationen zu diesem Park finden können. Wie wir dann erfuhren, sollten sich da auch eine Vielzahl verschiedenster Tierarten tummeln, die allerdings nur auf geführten, bzw. gebuchten Game-Drives besichtigt werden konnten. Daneben gibt es dort verschiedene Trails, auf denen man die Gegend zu Fuss und auf eigene Faust erkunden kann. So ist der Waterberg Plateau Park dann auch v. a. mehr wegen seiner landschaftlichen Reize als wegen seiner Tiervielfalt interessant. An einer Sorte Tiere mangelt es allerdings nicht: nämlich an Pavianen!! Der Park ein ein ernsthaftes Pavian-Problem, so dass man bei den Unterkünften immer alle Fenster, Storen und Vorhänge fest verschlossen halten muss. Da weiss man nicht so recht, wer nun eingesperrt ist..
Da es in der Nacht ziemlich heiss und schwül wurde, hat T es dann doch gewagt ein höher gelegenes, kleines Kippfenster leicht zu öffnen. Dummerweise dann aber auch vergessen, dieses zu schliessen, als wir am nächsten Morgen früh auf einen Game-Drive gingen. Zu unserem Schrecken erhielt der Guide dann während der rund vierstündigen Tour einen Anruf aus dem Camp und informierte uns, dass die Paviane tatsächlich in unsere Hütte eingedrungen seien und sich kaum mehr vertreiben liessen. Unruhig und auf’s Schlimmste gefasst  warteten wir das Ende der Tour ab, um checken zu können, wie gross der angerichtete Schaden ist.
Wir hatten nochmals Glück im Unglück gehabt. Im Chalet herrschte ein wüstes Durcheinander: Die Paviane hatten alles Essbare ratzeputz vernichtet und zum „Dank“ noch ein paar unappetitliche Häufchen hinterlassen. Anständigerweise liessen die wildgewordenen Affen jedoch unsere restliche Reiseausrüstung mehr oder weniger in Ruhe, so dass es abgesehen von zusätzlichen Aufräum- und Putzaktivitäten nicht allzuviel zu beklagen gab. Für die restliche Zeit unseres Aufenthalt im Waterberg Park blieben die Fenster jedenfalls geschlossen.

Nach zwei eher geruhsamen Tagen legten wir die restlichen rund 200 km zum Etosha NP zurück und erreichten unser Ziel, das Namutoni Restcamp schon am frühen Nachmittag. Nach kurzem Einchecken in dem wirklich sehr schönen Bush-Chalet unternahmen wir bereits einen ersten Spätnachmittag-Gamedrive in der näheren Umgebung des Camps.  Zu unserer grossen Freude hatten sich am Wasserloch Giraffen, Elefanten, Antilopen und Gazellen zu Dutzenden versammelt – und nicht weit daneben lag eine Löwengruppe nach einem Fressgelage faul im Schatten eines Busches. Wow Das hätten wir ja nie erwartet. Bei unserem letzten Besuch im Etosha NP waren wir jeweils schon glücklich, wenn uns eine einzelne Giraffe begegnet ist.

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„Bush Chalet, Namutoni / Etosha NP“

Die grosse Tierversammlung des ersten Abends hat sich in den folgenden fünf Tagen zwar nicht mehr ganz wiederholt. Trotzdem waren wir sehr zufrieden mit unserer (Foto-)Safari.  Abgesehen von den eh im Etosha nicht heimischen Nilpferden oder Krokodilen, konntenwir fast alles sehen und „shooten“. Neben den häufig anzutreffenden Zebras, Impalas, Springböcken, Giraffen, Elefanten, Straussen, div. Vögeln und Störchen und und.. konnten wir auch Löwen, Leoparden, Geparden und Nashörner beobachten. Die Trockenzeit ist bezüglich Menge und Vielfalt der versammelten Tierwelt wirklich sagenhaft – auf der anderen Seite ist es während dieser Zeit aber auch sehr heiss und staubig und während eines mittäglichen Game-Drives kann die Temperatur schon mal gegen 36 Grad steigen. Deshalb versuchten wir unsere Pirschfahrten jeweils auf den frühen Morgen und den späteren Nachmittag zu legen.  Das hatte den Vorteil, dass es einerseits nicht, bzw. noch nicht ganz so heiss war und dass andererseits das Licht während dieser Zeiten besonders schön leuchtete.
So vergingen die ersten vier Tage auf der Etosha-Ostseite ziemlich schnell und ereignisreich.  Am letzten Tag machten wir uns dann auf den etwas längeren Weg durch den Park Richtung Westen zum Okakuajo-Restcamp. Abgesehen von Stopp im Halali-Restcamp auf halber Strecke passierte auf dieser Fahrt nicht viel. Die Tiere scheinen sich wirklich auf die Ost- und Westseite zu konzentrieren.  Am späteren Nachmittag erreichten wir dann das Okukuajo-Restcamp und bezogen da unser „Waterhole-Chalet“. Zu unserer grossen Enttäuschung, befanden sich die Hüttchen mit den seehr kleinen Zimmern zwar schon in der Nähe des Wasserlochs, doch musste man doch noch etwa 50 m laufen, um die Tiere am Wasserloch beobachten zu können. Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir vom Chalet aus, während des „Sundowners“ direkt auf’s Wasserloch schauen könnten. Dafür hätten wir jedoch ein „PREMIUM Waterhole-Chalet“ buchen müssen. Dort hätte man dann vom schönen Balkon aus direkt den Viechern beim Trinken zusehen können. Naja, dann halt das nächste mal.

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Das Okukuajo-Camp ist ein grosser Touri-Hub für den Ethosha-NP und dementsprechend auch sehr busy.  Zudem sind die Wasserlöcher auch etwas weiter vom Camp entfernt, so dass die Game-Drives jeweils etwas länger dauern.  Im Grossen und Ganzen hat uns die etwas ruhigere Ostseite und das dortige Namutoni-Camp besser gefallen.

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An unserem letzten Etosha-Tag machten wir auf dem Weg zum Ausgang noch einen kleineren Game-Drive, um dann die rund 200 km nach Otjwarango im Autobahntempo auf tiptoppen Teerstrassen zurückzulegen. So erreichten wir dann unsere Unterkunft, das „C’est si bon“ auch schon um die Mittagszeit, was uns gleich die Gelegenheit auf ein kleines Zmittag mit anschliessendem Pool-faulenzen gab. Das „C’est si bon“ scheint auch ein beliebtes Speiserestaurant zu sein, in dem sich die weissen Farmer aus der Umgebung gerne ein feines Nachtessen gönnen. Uns hat es jedenfalls auch sehr gut geschmeckt..

Unsere letzte Bleibe in Namibia war dann nochmals das „Kleines Heim“ in Windhoek und an unseren letzten Abend genossen wir nochmals ein feines Essen im gemütlichen Restaurant „NICE“.
Tja, dann hiess es wieder Abflug Richtung Schweiz. Auch beim Rückflug ging’s wieder über Johannesburg und London nach Zürich.  Allerdings waren die einzelnen Wartezeiten nicht mehr ganz so lange, so dass die ganze Reise „nur“ noch rund 20 Stunden dauerte.

Müde, aber voller neuer (und aufgefrischter) Eindrücke und einem gut gefüllten Föteli-Speicher kamen wir gegen Mittag des nächsten Tages in Baar an.

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