„Iisches Horu“ – oder das Matterhorn von Costa Rica

Turtle Territory!
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Der fast perfekte Tag
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In San José fuhren wir mit dem Taxi vom Hostel Pangea zum Terminal San Carlos, von wo wir pünktlich um 11.30 Uhr Richtung La Fortuna abfuhren. Mit der Zeit wurde der grosse Bus so vollgestopft, dass auch der Mittelgang mit Stehplätzen gefüllt war. Und hielt der Bus wieder, rief der Chauffeur immer wieder,“mas atras, mas atras, mas atras, por favor“ (nach hinten, bitte), auch wenn’s ganz bestimmt nicht noch mehr nach hinten ging. Er fuhr auch ziemlich schnell und musste ein paarmal haarscharf den auch nicht ungefährlich fahrenden Lastwagen ausweichen.
Die Fahrt ging rauf und runter, durch Dschungel, Weideland, Pässe. Man sah einige Fincas und wir stoppten ein paarmal in kleineren Dörfern. Bei einem längeren Stop in San Carlos (Ciduad Quesada) genossen wir einen Früchte-Take-Away mit Ananas, Papaya, Wassermelone und Mango. Mmmh, lecker.

Um ca. vier kamen wir in La Fortuna an. Unser ausgewähltes Hostel lag gleich um die Ecke des Busbahnhofs (naja, Busbahnhof ist etwas übertrieben, es war eigentlich nur das Trottoir da), so konnten wir gleich unsere Rucksäcke schultern und mussten uns nicht noch mit den Typen rumschlagen, die einen belagern, um einen in ein Hotel abzuschleppen.
Das Las Colinas war ein Volltreffer. Superfreundliche Besitzer, ein schönes Zimmer und sehr zentral gelegen. Der Vulkan, weswegen man eigentlich hauptsächlich nach La Fortuna kommt, versteckte sich gerade hinter Wolken. Es war sowieso unsicher, ob wir ihn überhaubt zu sehen bekommen würden, meistens sei er in Wolken gehüllt. Der Vulkan war sehr lange Zeit inaktiv und brach 1968 explosionsartig wieder aus, verwüstete dabei drei Dörfer mit mehreren Toten. Er war dann so nett und beruhigte sich, sprich, spuckt jetzt immer eine schön dosierte Menge Lava aus, sodass er eine gute Touristenattraktion darstellt.

Bis vor kurzem lief die Lava auf der Seite der Strasse runter, die von La Fortuna zum Lago Arenal führt. Die ganze Strasse ist voll von Hotel Resorts, die so gebaut wurden, dass Zimmer mit Vulkansicht verkauft werden können. Die Richtung der Hotelzimmer hat uns sehr an Zermatt erinnert, wo auch sämtliche Hotels auf die Sicht aufs „Horu“ (Matterhorn) ausgerichtet sind. Das Dumme hier ist nur, dass es sich Mutter Natur seit kurzem anders überlegt hat und die Route der Vulkanlava nun auf einer Seite runtergeht, von der die Resorts keine Sicht mehr auf die Lava haben. Tja, so ist das eben.
La Fortuna ist ein schönes, ruhiges und angenehmes Dörfchen, wo wir uns gleich wohlgefühlt haben. Beim leckeren Abendessen (Tunafish und Riesencrevetten) diskutierten wir, was wir denn in La Fortuna unternehmen sollten. Es stellte sich heraus, dass die Aktivitäten, die wir gerne machen wollten, sehr schlecht erreichbar waren, ausser mit einer Tour. Doch eine Tour buchen wollten wir nicht mehr. Einerseits sind die ziemlich überteuert und andererseits immer in einer Gruppe, in der man an einen gewissen Zeitplan gebunden war. Das wollten wir nicht und entschieden uns, als erstes am nächsten Morgen, ein Auto zu mieten.

Tom
Tom

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