Blau-weisser Frühling

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Asche in Flasche
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Schon mal was von “Hydra” gehört?, Nein, in diesem Fall geht es nicht um ein Wassermonster mit Schlangenköpfen oder um eine weltweite Terrororganisation (für Freunde von Marvel-Comic-Filmen). Hydra ist aber auch eine griechische Insel, ca. 1 1/2 Schnellboot-Stunden von Athen entfernt. Sie ist die einzige verkehrsfreie Insel und eignet sich so sehr gut als Destination für vorgezogene Sommer-Wanderferien. Da es im Hochsommer zu heiss wird für Wandertouren, ist der Frühling die ideale Zeit, die Insel zu Fuss und mit Rucksack zu erkunden. Somit stand das Ziel für unsere Ferien Ende April fest: Eine Woche Hiking on Hydra.  Da wir beide noch komplette Griechenland-Neulinge waren, planten wir gleich noch zwei Tage davon ein für eine Besichtung Athens – die Akropolis muss man ja schliesslich auch mal gesehen haben.

Am 25. April flogen wir mit Swiss in ca. 2 1/2 Stunden von Zürich nach Athen. Anschliessend fuhren wir mit der Metro-Linie 3 bis Syntagma und dann mit der 2 bis Metaxourghio. Dann waren es nur noch ca. 5 Gehminuten bis zum Hotel Katerina, direkt am  Karaiskaki-Platz. Das Hotel liegt zwar einigermassen zentral und ist mit der Metro gut zu erreichen. Allerdings befinden sich in dieser Gegend nur sehr wenige vernünftige Restaurants, dafür hat es sehr starken Autoverkehr. Von daher waren wir mit der Wahl nur mittelmässig zufrieden – aber für zwei Nächte ganz ok. Zumindest hatten wir das zweifelhafte Vergnügen, die für uns bis jetzt engsten Aufzüge benutzen zu können. Wenn man sich anstrengte, kriegte man sich selbst und einen Koffer gerade mal so rein – Platzangst nicht empfohlen…

In der nur kurzen Zeit in Athen beschränkten wir uns auch die grössten Highlights. Für uns waren das – in einigermassen chronologischer Reihenfolge:

– Syntagma-Platz und griechisches Parlamentsgebäude
– Aufstieg durch Villenviertel auf den Lycavittos-Hügel. Fantastische Aussicht über die ganze Stadt in der Abenddämmerung – sehr schön!
– Akropolis – eher ein wenig enttäuschend, da seehr viele Leute und von den Tempeln etwas mehr erwartet
– “Archäologischer Boulevard” – unterhalb der Akropolis. Verschiedene historische Tempel, eingebettet in eine Art Parklandschaft – hat uns viel besser gefallen als die Akropolis selber.
– Mikrolimano – der zweitgrösste Yachthafen Athens und liegt neben dem grossen Piräus-Hafen. Rund um den pittoresken Hafen reiht sich ein Seafood-Restaurant an das andere. Dort genossen wir auch unsere ersten Caffé Freddo – eine Art eisgekühlter Cappuchino und eines der Lieblingsgetränke der Athener.
– Psirrí – angesagtes Künstlerviertel mit vielen kleinen Shops und Cafés

 

Blick auf die Akropolis

Blick auf die Akropolis

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…und hier gleich aus der Nähe

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Mikrolimano

Mikrolimano

Caffé Freddo in Psirri

Caffé Freddo in Psirri

Dazwischen stösst man ab und zu auf kleine “Sehenswürdigkeiten” und Erlebnisse wie etwa einen abendlichen Blumenmarkt mit interessanten, unbekannten Gewächsen, einem Markt auf dem man für 1 € gleich ein halbes Kilo Erdbeeren kaufen kann oder auf einem kleinen Platz gab es am Abend ein kostenloses Strauss-Konzert mit Live-Orchester zu hören.

Mit der wiederum ziemlich vollgepackten Metro reisten wir nach ein wenig Grossstadt-Dröhnung erwartungsvoll zum Piräus, von wo uns ein Tragflächenboot – The Flying Dolphin – nach Hydra schippern würde. Nachdem wir das Hafenbecken hinter uns gelassen hatten, wurden die Motoren aufgedreht und der vordere Teil des Bootes hob sich langsam aus dem Wasser. So über die Wasseroberfläche gleitend verlief die Fahrt angenehm sanft und auch recht zügig.

Flying Dolphin

Flying Dolphin

Hydra port mit dem Hafen als Zentrum des Geschehens ist mit seinen rund 2’000 Einwohnern der mehr oder weniger einzig nennenswerte Ort der Insel. Die Einwohner leben praktisch alle auf die eine oder andere Weise vom Tourismus. Wie etwa die Männer, die mit ihren Handkarren schon beim Pier bereitstanden, um unsere Koffer für 10 Euro zum Hotel zu transportieren. Da unser Hotel jedoch nur ein paar Gehminuten vom Hafen entfernt lag, verzichteten wir auf diesen Service. Unser Hotel, das “Orloff” ist ein historisches Gebäude, sehr schön hergerichtet mit den typischen blauen (Türen) und weissen (Mauern) Elementen. Frühstück gab’s jeweils in einem Innenhof, mit Bäumen und einem alten Ziehbrunnen.

Hydra port

Hydra port

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Dorfszenen

Dorfszenen

Nach dem Zimmerbezug machten wir uns gleich auf, um uns in einem klieinen Supermärktchen ein Picknick für unsere erste Wanderung zu besorgen. Zudem kauften wir uns auch gleich noch eine detaillierte Wanderkarte damit wir nicht ganz ziellos auf der Insel umherirren würden. Für den ersten Tag hatten wir uns eine Tour vorgenommen, die uns vom Dorf zum Kloster Profitis Elias und dann zum Mt. Eros, den höchsten Punkt der Insel führt. Von dort wieder zurück über den kleinen Hafen Kamini nach Hydra port. Da es um die Mittagszeit herum auch zu dieser Jahreszeit schon recht warm werden konnte, marschierten wir gegen 9:00 los. Irgendwie fanden wir nicht auf Anhieb den richtigen Einstieg zum Wanderweg, so dass wir zu Beginn die steilen Gässchen durch das Dörfchen hinaufsteigen mussten – war zwar auch ganz interessant. Nachdem wir die letzten Häuser hinter uns gelassen hatten, fanden wir dann den breiten Weg, der zuerst auf Kies und dann auf einem schönen Asphalt-/Steinweg Richtung Kloster hochging. In Serpentinen ging es so teilweise im Wald ca. 1 1/2 Stunden bergauf wobei sich uns immer wieder schöne Ausblicke über Hydra port und das Meer boten. Etwas unterhalb des Klosters folgten wir einer Abzweigung nach rechts und kamen so zu einem weiteren, viel kleineren Kloster, das jedoch verlassen zu sein schien. Von dort wies ein Wegweiser zum Mt. Eros. Zuerst durch ein kleines Wäldchen, dann entlang einer Wiese unterhalb des Profitis Elias Klosters . Danach ging es weiter auf einem zuerst recht guten Wanderweg der dann weiter oben etwas felsig wurde. Der “Gipfel” des rund 500 Meter hohen Mt. Eros bietet einen sehr schönen Überblick über die ganze Insel. Allerdings war es dort auch sehr windig und da auch noch ein wenig zu früh für Picknick, machten wir uns schon bald wieder an den Abstieg. Wieder zurück am Fusse des Mt. Eros bogen wir nach links ab und folgten dem gut ausgebauten Weg, der uns in einem Bogen wieder zurück nach Hydra port bringen sollte. Die Landschaft ist für unseren Geschmack zwar etwas steinig und trocken und nicht allzu abwechslungsreich. Die Kombination mit dem Meer, das immer wieder in den Blick rückt und den prächtigen jetzt im Frühling blühenden Feldblumen hat aber schon auch was für sich. Als kleinen Bonus entdeckten wir auf dem Weg zwei mittelgrosse Schlangen, die wohl selber auch ziemlich überrascht und auch blitzschnell wieder verschunden waren. Offenbar sollen solche Begegnungen eher Seltenheitswert haben – da waren wir auch nicht ganz unglücklich.

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Info am Hafen

 

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Beim Aufstieg zum Mt. Eros

Mount Eros

Mount Eros

Abgesehen von einer Stelle, die mit einem Gatter abgesperrt war und wir darum etwas unschlüssig waren, ob das nun ein Privatgrundstück ist, hatten wir keine grösseren Probleme uns auf dieser ca. 5-stündigen Tour zu orientieren und wieder ins Dörfchen zurückzufinden. Auch wenn die Höhendifferenz im Vergleich zu einer Tour in den Alpen eher klein erscheint, genossen  wir am Schluss das kühle “Mythos” Bierchen mit Blick aufs Meer kein bisschen weniger.

Die restlichen Tage gestalteten wir dann etwas gemütlicher, indem wir jeweils erst spät frühstückten, noch etwas Siesta machten und dann erst am Nachmittag loszogen, um die Wege entlang der Küste zu erkunden. Das hiess eher flaches Höhenprofil, schöne Meeresblicke, üppige und farbige Vegetation und sehr gemütliche Tavernen für ein feines ausgedehnteres Zvieri.

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Entlang der Küste

 

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hmmm ...

hmmm …

Für den Abend suchten wir uns jeweils ein schönes Plätzchen am Meer aus wo wir die berühmten Sonnenuntergänge gebührend mit einem Fläschen griechischen Weins aus dem Supermarkt (Tipp: Mit Schraubverschluss – ohne Zapfenzieher wird’s sonst eher schwierig ;-) oder einem feinen Nachtessen zelebrieren konnten. Am letzten Tag stiegen wir nochmals zum Kloster Profitis Elias hoch und genossen den sagenhaften Ausblick über Meer und Hafen.

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Kamini Hafen bei Nacht

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Griechischer Wein …

 

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Hydra port von oben

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Kloster Profitis Elias

Am nächsten Tag brachte uns der Flying Dolphin wieder zurück zum Piräus von wo uns der Airport-Express Bus direkt zum Flughafen brachte – ausser dass die Fahrt über eine Stunde dauerte und der Bus auch sehr voll wurde, eine sehr unkomplizierte und praktische Art vom Hafen zum Flughafen zu kommen.

 

 

 

 

Tom
Tom

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