Frau mit Kind auf dem Ruecken auf Mann wartend

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Eine Nacht in den Reisterrassen
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Li River / Yangshuo, 27. Februar bis 29. Februar 2008

Nach einer kalten Nacht und einem noch kaelteren Fruehstueck holte uns Amy am naechsten Morgen wieder ab und fuhr mit uns zum Pier, von wo wir mit einem Ausflugsschiff in vier Stunden auf dem  weltberuehmten “Li River” nach Yangshuo fahren wuerden. Wie wir erfuhren, wird diese Tour jaehrlich von drei Millionen Touristen gemacht. Auch Bill Clinton und andere ehemalige US-Praesidenten sind offenbar schon auf diese Flussfahrt eingeladen worden. Um dem grossen Touristenansturm gewachsen zu sein, gibt es zwei Piers. Der eine ist fuer Chinesen, der andere fuer Auslaender. Mehr als die Haelfte der Passagiere auf unserem Boot waren asiatische Touris. Gleich neben uns am Tisch sass ein taiwanesischer Hotelmanager, der sehr gut Englisch sprach. Er drueckte uns gleich seine Visitenkarte in die Hand und meinte, es wuerde sich also schon lohnen, wenn wir mal in seinem Hotel vorbeischauen wuerden. Es hat 550 Zimmer und 12 Restaurants und sei das viertbeste in ganz Taiwan nach dem Shangri-La usw.:-) ..und seine Tochter werde im Herbst die Hotelfachschule in der Schweiz besuchen. Vis-a-vis sassen zwei Schwestern aus Kolumbien und von verschiedenen Seiten hoerte man franzoesische Sprachfetzen – war also ein ziemlich gemischtes Publikum.

Die Flussfahrt war wunderschoen. Der Fluss fuehrte durch eine spezielle, eindrueckliche Karstlandschaft. Ueberall hatte es groessere und kleinere mit Baeumen und Bueschen bedeckte Karstfelsen – die Formationen erinnerten uns ein wenig an die Halong-Bay in Vietnam, nur dass die Felsen dort im Meer sind. Zum Glueck war es bereits wieder etwas waermer. Ab und zu schien sogar die Sonne ein bisschen, sodass wir die meiste Zeit auf dem Deck stehen und umherschauen konnten. Mit etwas Fantasie konnte man sogar die verschiedenen Figuren erkennen, die in der Broschuere aufgefuehrt waren (Fels der neun Pferde, Frau mit Kind auf dem Ruecken auf ihren Mann wartend etc…), manche aber auch nicht. Manchmal sahen wir die Fischer mit ihren fuer den Fischfang abgerichteten Kormoranen. Doch wie leider so vieles hier ist auch dies heute nur noch eine Touristenattraktion. Gefischt wird hier heute u.a. mit Strom. Spaeter, als wir in Yongshua von Bord gingen, posierte ein aelterer Fischer mit klassischem Spitzbart und einer Stange ueber den Schultern, auf der zwei Kormorane sassen, fuer die Touristen. Das war ziemlich kurios, weniger wegen den Voegeln, sondern mehr, weil der uralte Fischer einige Brocken Englisch gelernt hatte und uns mit schoenstem Akzent zurief: Hello, how do you do?

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Nach etwa zwei Dritteln der Tour und nachdem wir die eindruecklichsten Felsformationen passiert hatten, gab es ein feines Lunchbuffet. In “Yangshuo”, dem Ziel der Tour, erwartete uns bereits “Owen”, unser naechster Tourguide. Zu unserer Erleichterung brachte er uns in eine sehr schoenes Hotel gleich am Fluss – ein richtiges Schmuckstueck im Vergleich zum Vortag.

Yangshuo selber ueberraschte uns ein wenig. Im Gegensatz zu dem fuer uns eher typisch chinesischen Guilin mit viel Beton, breiten Strassen und viel Fremdartigen ist Yangshuo mehr eine Art “Traveller Hangout” wie wir das z.B. in Mexico, Costa Rica usw. oefters angetroffen haben: Viele Bars mit lauter Musik und Happy Hour und Restaurants, die Capuccino, Pizza usw. anbieten. Das ist zwar ziemlich weit weg vom “echten” China – aber gegen richtigen Kaffee und auf englisch angeschriebene Menuekarten hatten wir eigentlich auch nichts einzuwenden.. Dann rief uns noch die Chefin der Pekinger Reiseagentur im Hotel an, bedauerte nochmals sehr, was passiert war und versicherte uns, dass die naechsten Hotels halten wuerden, was sie versprechen und keine Probleme mehr auftauchen sollten.

Auf unserer Nachtessen-Suche entdeckten wir zu unserer grossen Freude ein Dumpling Restaurant. Hmmm, auf sowas hatten wir schon lange gewartet und bestellten gleich vier verschiedene Sorten zu je 10 Stueck ;-o War zwar viel zu viel, aber sie waren so gut, dass wir trotzdem alle verputzten ;-)).

Als wir mit vollem Bauch ins Hotel zurueckspazierten, hoerten wir auf einem etwas abgelegeneren Platz Musik aus Lautsprechern, zu der mehrere Paare ganz elegant tanzten – offenbar eine Art Freiluft-Tanzschule. Sah sehr friedlich und idyllisch aus, so dass wir eine ganze Weile stehenblieben und dem beschaulichen und harmonischen Treiben zusahen. Es war so was ganz Gegensaetzliches zu dem, was wir den ganzen Tag von den geschaeftigen Chinesen gewohnt waren.

Den zweiten Tag in Yangshuo verbrachten wir mit einer kleinen Erkundungstour durch das Staedtchen. Wir wanderten durch einen Park und erstiegen einen der vielen Karsthuegel, die den Ort umgeben. War ganz schoen steil, aber oben angekommen konnten wir eine wunderbare Aussicht auf den Li River, und Yangshuo geniessen. Unterwegs trafen wir immer wieder mal jemanden, der schmunzelte, wenn er uns sah und sogleich seine, wenn auch minimalen, Englischkenntnisse vorzeigen wollte, was sich meistens auf “Hello, how are you” beschraenkte. :-))

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Spaeter liefen wir durch die “West-Street”, die Tourimeile von Yangshuo und erlagen beinahe der Versuchung, eine der kopierten “Jack Wolfskin”, “North Face” oder “Timberland” Outdoor-Jacken zu kaufen und heimzuschicken, weil sie durchaus gut aussahen und etwa ein Zehntel vom Originalpreis kosten. Aber nicht wirklich ueberzeugt vom Nutzen und der Qualitaet (was bei einem solchen Preis ja nicht anders zu erwarten ist;-) liessen wir das sein und kauften uns dafuer in einem der Supermaerkte mehrere Buechsen mit verschiedenen Teesorten, die wir gleich verpackten und zur Post brachten.

Die ganz quirlige Verkaeuferin erklaerte uns in ihrem etwas schwer verstaendlichen “Maschinengewehr-Englisch” jede einzelne der vielen Teesorten. Wir mussten viel riechen und immer wieder nachfragen, aber schlussendlich hatten wir ein anstaendiges Paecklein beieinander. Auf Ameisentee und getrocknete Maden verzichteten wir aber, auch wenn sie meinte, das sei sehr gesund ;-o. ueberhaupt war der Laden sehr interessant und voll mit fuer uns kuriosen Sachen, zum Beispiel verschiedene Schnapsflaschen mit eingelegten Schlangen und Skorpionen..

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Und hier noch etwas am Rande: In den abgelegenen Gebieten, in denen wir uns momentan in China befinden, ist es nicht immer moeglich, unsere Tagebuch-Eintraege (obwohl es hier Schreibstoff ohne Ende gibt) gleich aufs Internet zu stellen – Obwohl wir manchmal auch wieder staunen, an welchen unerwarteten Orten Wi-Fi vorhanden ist. In Yangshuo jedenfalls nutzten wir die Gelegenheit, um auch wieder mal die Besucherzahlen des Traveldiary zu checken. ..und wir waren freudig ueberrascht ueber das beachtliche Interesse. Hier einmal auch ein Dankeschoen an unsere treue Leserschaft. Wir freuen uns ueber alle, die ein bisschen mit uns dabei sind!

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