Barcelona

So, nach längerer Pause haben wir endlich wieder mal Gelegenheit, unser Traveldiary zu füttern..

Über die Ostertage ging’s nach Barcelona. Für mich persönlich der erste Trip nach Spanien überhaupt. Ich war also doppelt neugierig, was uns da denn erwarten würde.
Die Vorfreude war gross, hatten wir doch von allen Seiten nur Gutes von der nordspanischen Grossstadt gehört.
..und um es gleich vornweg zu nehmen: wir können uns diesen Urteilen nur anschliessen!

Nun aber der Reihe nach.

Nach der Landung (Flug: Genf-Barcelona mit Easy Jet) ging’s ohne grosse Umwege gleich auf die Flughafenbahn, die einen in ca. 20 min in die Nähe des Stadtzentrums bringt.
Im Zielbahnhof hiess es dann Umsteigen auf die Metro. Bei „Liceu“ hüpften wir raus und waren nach rund 200 Metern bereits bei unserer „Pensione Dalì“, die übrigens äusserst günstig in der Altstadt und ca. drei Minuten von der berühmtesten barceloner Flaniermeile, der Ramblas weg liegt.

Hungrig von der doch recht langen Reise (inkl. vier Stunden Zugfahrt nach Genf) pirschten wir schon sehr bald durch die Gassen der Altstadt auf der Suche nach einem der im Reiseführer so verlockend klingenden Restaurants.
Nach einer kleinen „Stärkung“ (Guiness soll ja sehr viel Eisen enthalten) in einen stilvollen Pub, von denen es überraschen viele gibt, entdeckten wir auch schon das von uns favorisierte „Les Quinze Nits“.
Angesichts der ca. 100 Meter langen Schlange von Leuten, die vor dem Eingang alle darauf warteten, um 20.30 in das Lokal strömen zu dürfen, ebbte unser Hungergefühl leicht ab und wir machten uns auf die Suche nach einer Alternative.
Glück gehabt! – als wir etwas frustriert durch die Altstadt irrten, kamen wir in einer Seitengasse am angeblich ältesten und ebenfalls im Reiseführer erwähnten Can Culleretes vorbei. Da gerade Türöffnung war, folgten wir der offenbar ebenfalls bereits länger wartenden Menschansammlung, zwar etwas skeptisch, aber durch den Hunger doch genügend experimentierfreudig geworden, in die weiten Räume des geschichtsträchtigen Etablissements.

Es wurde schell klar, dass ein touristischer Massenansturm das offensichtlich altgediente Personal nicht in Aufregung versetzen konnte.
So dass wir uns schon nach kurzer Zeit an unserer Fischplatte, bestückt mit verschiedenen Langusten, mit Tintenfischen und verschiedenen anderen Meeresbewohner, gütlich taten.
Das ganze begleitet von einer Kanne Rotwein, sorgte für die nötige Müdigkeit , um in einem ungewohnten Bett mit ungewohnten Geräuschen rundherum, die erste Nacht in wohligem Schlaf zu überstehen..

Der Donnerstag stand dann weitgehend im Zeichen von Antonio Gaudi, dem aussergewöhnlichen Architekt, der das Stadtbild Barcelonas massgeblich mitprägte.

Auf unserem Programm stand also:
– Casa Batllò
– Casa Milà
– Sagrada Familia
– Park Güell

Nachdem wir uns im Tourist Office je eine „Barcelona Card“ besorgt hatten , eine Art GA für eine bestimmte Anzahl Tage, für die freie Benutzung aller öffentlichen Stadtverkehrsmittel und Vergünstigungen für viele Museen, starteten wir von dort unsere Gaudi-Tour.

Zuerst vorbei am Casa Batllò, kamen wir schon bald zum berühmten Casa Milà.

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Casa Batllò

Obwohl am Donnerstag der grosse Osteransturm noch gar nicht richtig stattgefunden hatte und wir unserer Meinung nach auch noch relativ früh unterwegs waren, hatte sich vor diesem architektonischen Unikat bereits eine ca. 50 m lange Schlange gebildet!
Als Person mit einer leichten Phobie vor allzu langen Menschenschlangen, drängte ich darauf, uns auf die durchaus beeindruckende Aussenfassade zu beschränken und dann unser Gaudi-Programm fortzusetzen..

Voller gespannter Vorfreude bestiegen wir also wieder die Metro, die uns direkt zum Markenzeichen Barcelonas, der Sagrada Familia bringen sollte.
Uff, keine Warteschlange vor dem Eingang! – vielleicht auch aus dem Grund, dass der Einlass nicht umsonst ist?

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Westfassade

Die Fassade, wenn auch stark von den Abgasen angegriffen, ist schon sehr beeindruckend.. das Innere der Konstruktion sorgt aber irgendwie für Verwirrung, da der Besucher in erster Linie den Eindruck erhält, sich in einer gigantischen Baustelle zu befinden, wobei die Baugerüststruktur im Innern auch nicht ganz ohne ist..

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Baugerüste im Innern

Die Sagrada Familia ist jedenfalls keine Kirche oder Kathedrale, wie man sie sich im üblichen Sinne vorstellt.
Die Unvollendete, an der seit 1882 gebaut wird, beeindruckt vor allem durch die gewagten Turmformen und gewaltigen Säulen.. und natürlich durch die Tatsache, dass noch offen ist, wie das Bauwerk schliesslich einmal aussehen wird..

Nach einem kurzen Spaziergang der Avenida Gaudì entlang, war unser nächstes Ziel der Park Güell.
Da etwas höher auf einem Hügel über der Stadt gelegen ist der Anstieg zwar etwas beschwerlich, doch wird man dafür mit einer weitreichenden Aussicht belohnt.
Weitere Higlights im Park Güell sind die beiden Eingangshäuschen im Lebkuchenhaus-Stil und die angeblich längste Sitzbank der Welt..

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Reni auf der längsten Sitzbank der Welt..

Am Freitag stand auf dem Programm:
– der Hafen
– Tiefsee-Aquarium
– Barceloneta
– Montjuice
– Fondation Mìro
– Kastell Monjuice

Die Besichtigungstour startete jedoch auf der Spitze des Kolumbus-Denkmals, das beim Eingang zum Hafen, bzw. am Ende der Flaniermeile Ramblas steht.
Hochbefördert in einem kleinen Liftchen, in das grad mal 4-5 Personen reinpassen, hat man von der Spitze des Monuments einen grandiosen Ausblick auf den Hafen und die Stadt!

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Ausblick vom Kolumbus-Denkmal – mit „Zapfen-Hochhaus“ im Hintergrund..
..gibt’s doch in London auch schon!?

Kum hatten wir danach wieder sicheren Boden unter den Füssen begaben wir uns auf eine kurze Hafenrundfahrt. Während rund 30 Minuten schipperten wir so gemütlich vorbei an Ozeanriesen, Containertürmen, riesigen Lastkränen und kleinen Teilen der spanischen Navy..
Zurück an Land, machten wir uns über die neue, moderne und schwenkbare Fussgängerbrücke, vorbei am Einkaufszentrum Maremagnum auf Richtung Tiefsee-Aquarium – dem angeblich grössten in Europa.
Jedenfalls eine äusserst beliebte Attraktion, die trotz einer sicherlich 100 meter langen Warteschlange immer noch neue Besucher anlockte.
Wir beschlossen, den Besuch bei den Meeresbewohnern auf den Abend zu verschieben und stattdessen ein feines Mittagessen in Barceloneta zu suchen.
In einem kleinen, ausschliesslich von Einheimischen Beizchen gönnten wir uns einen Klassiker, eine Paella marinara.
Nicht wirklich zufrieden, und den Bauch eher gefüllt mit Reis statt mit Meeresfrüchten, waren wir gespannt auf unser nächstes Ziel, den Olympiaberg Montjuice. Wichtigste Punkte dort: die Fondation Mìro und das Kastell.
Beides sehr sehenswert, natürlich aus sehr verschiedenen Gründen.
Die Fondation Mìro bietet eine grosse Sammlung von bekannten Mìro-Werken, wie man sie von unzähligen Postern, Drucken etc. kennt.
Das Kastell lockt hingegen mit ganz anderen An- und Aussichten – nämlich mit einen fantastischen Blick einerseits auf die ganze Hafengegend und auf’s Meer hinaus und andererseits breitet sich das gesamte Häusermeer vor einem aus.

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Blick auf den Frachthafen

Das hochgelobte Aquarium wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und unternahmen einen zweiten Versuch ohne allzu grossen Zeitaufwand reinzukommen.
Tatsächlich ging unsere Rechnung auf und nach lächerlichen 10 Minuten waren wir schon stolze Besitzer von zwei Eintrittstickets!
Das Highlight des Aquariums sind sicherlich die zwei ca. 100 Meter langen Unterwassertunnels, die dem Besucher erlauben, die Bewohner des riesigen Tiefseebeckens aus nächster Nähe und aus allen Perspektiven zu betrachten.
Zu sehen gibt’s Pfunds-Haifische von mehrern Metern Länge, ansehliche Mantas, furchteinflössende Muränen etc. etc.

Nach mehr oder weniger langen Besuchen in Bar – Pizzeria – Pub – Bar fand auch dieser Tag einen schönen Abschluss.

Angesichts der Tatsache, dass nun die grossen Besucherströme definitiv eingetroffen waren, hielten wir es für eine gute Idee, „to keep a low profile“ und beschränkten uns auf einen Rundgang durch das Barri Gothic ohne allzu feste Besichtigungspläne.
Am Ende des Tages blieben uns vor allem die imposante Kathedrale und der sehr spezielle Konzertsaal Palacio de la Música Catalana .. und der Besuch in einer der typischen Taperias in Erinnerung.

Am Abreisetag nahmen wir uns ebenfalls nicht mehr allzu viel vor verbrachten die verbleibende Zeit in Park und Strand..

Ja, das war’s dann auch schon fast.. Zurück mit Metro, Zugli, Easy Jet und Neigezug – so dass wir dann so knapp vor Mitternacht wieder Zuhause waren..

Wetter: ideal (keinen Regen aber auch nicht zu warm..)
Essen: durchzogen, grundsätzlich gut
Leute: freundlich, auch noch angesichts des riesigen Touri-Ansturms
Stimmung: friedlich
Erlebniswert: sehr hoch

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