Auf glühenden Kohlen

Buddhas, Chedis und Prangs
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Zwischen Khaosan und Konsum
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Ayutthaya, 10. bis 12. Januar 2008

Die Fahrt nach Ayutthaya dauerte ziemlich lange; aber unterwegs konnten wir uns auf einer „Raststätte“ mit einem im Fahrpreis inbegriffenen Mittagessen im Wert von 12 Baht (ca. 40 Rp) verpflegen.

Als wir in der Nähe von Ayutthaya angekommen waren, wurden wir an der Autobahn abgesetzt, um von dort auf eigene Faust ins Städtchen hinein zu gelangen. Allerdings sah es dort nicht wirklich so aus, als ob es viele Transportmöglichkeiten hätte. Nach kurzer Diskussion war einer bereit, uns zusammen mit drei anderen Reisenden mit einem Pickup für 200 Baht ins Stadtzentrum zu fahren. Irgendwie fehlte aber noch der Fahrer – war wohl grad am Mittagessen oder so – und wir sollten doch noch etwa 20 Minuten warten. Als nach fünf Minuten aber ein Lokalbus bei uns anhielt, ergriffen wir fünf die Gelegenheit, die gleiche Fahrt zum halben Preis machen zu können.

Im Stadtzentrum herrschte ein Riesenchaos. Der  „Busbahnhof“ war eigentlich eine chaotische Strasse mit Markt und Essständen und etwa fünfzig kleineren Bussen, die der Strasse entlang parkiert waren oder umeinander herumzirkelten. Mit Hilfe unseres Reiseführers erwischten wir aber gleich die richtige Strasse und kamen schon nach ca. 10 Minuten beim „P.U. Guesthouse“  an.

In Ayutthaya, das ca. 1 ½ h nördlich von Bangkok liegt, ist es wieder viel heisser und wir mussten zuerst grad kurz unter die Dusche, um uns abzukühlen. Später suchten wir ein Internetcafe, um unsere Visas und E-Tickets für die nächsten Länder auszudrucken und setzten uns zum Essen in ein Beizli gleich am Fluss. Zufälligerweise war die Spezialität hier wieder „Hot Pot“ – diesmal bestand der  Hot Pot aus einem richtigen Kesselchen, das mit glühender Kohle gefüllt war und darauf trohnte eine Art Wokpfanne, in der das Süppchen strodelte. Wir bestellten einen „mixed Hot Pot“, das heisst mit Tintenfisch, Prawns, Huhn, Schwein und Rind, haufenweise Salat und grünes Gemüse und ein Ei gabs auch noch dazu.

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Tintenfisch und Huhn schmeckt eigentlich immer, Prawns auch, ausser dass man sie halt immer auspuhlen muss. Beim Rind machen wir immer die gleiche schlechte Erfahrung, es ist zäh und mit Sehnen durchzogen und beim Schwein kommt es sehr darauf an, wie es gekocht ist. Ansonsten genossen wir aber den Hotpot und machten am Schluss noch ein „verlorenes Ei“ im feinen Süppli:-))

Am Morgen war wieder sehr früh Tagwache. Heute wollten wir uns das historische Ayutthaya ansehen, das Unesco Weltkulturerbe ist. Ayutthaya war sehr lange die Hauptstadt von Thailand oder besser gesagt, von Siam. Die Lage war strategisch äusserst günstig, da die Stadt von drei Seiten durch Flüsse und auf der vierten Seite durch eine Mauer geschützt war. Diesen Teil nennt man heute die „Insel“. Das Reich von Ayutthaya ging bis weit nach Kambodscha und Burma hinein und war bereits im Mittelalter eine pulsierende Stadt. Doch dann kamen die Burmesen und eroberten die Stadt nach zweijähriger Belagerung.

Die Burmesen plünderten die ganze Stadt und schmolzen die goldverzierten Buddhas ein. Ayutthaya hat sich nie mehr von dieser Eroberung erholt und erlebte keine Glanzzeit mehr.
Die Entdeckung und Ausgrabung der alten Stadt hat Ayutthaya wieder neuen Ruhm beschert: Heute können innerhalb und ausserhalb der Insel viele alte und restaurierte Tempel und Paläste besichtigt werden. Zuerst besuchten wir die Sehenswürdigkeiten, die sich auf der Insel befinden. Wieder wanderten wir in den alten Gemäuern herum und besuchten verschiedene Tempel. Obwohl einzelne Wats und Chedis sehr eindrücklich waren, fanden wir doch, dass die Bauwerke im historischen Park von Sukhothai im Ganzen gesehen interessanter und besser erhalten waren.

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Gleich neben dem historischen Park hatte es ein Elefantencamp, wo Elefantenritte und Fotosessions mit Elefanten-Teenies angeboten wurden. Obwohl es schon ziemlich putzig war, wie sie den Touristen mit dem Rüssel Küsse auf die Backe drückten, sich verbeugten, krank spielten, um dann eine „Trink-Infusion“ zu erhalten usw., hatten wir das Gefühl, dass es die Elefanten hier nicht so schön wie in Lampang hatten.

Um 16.00 Uhr gingen wir auf eine Bootsfahrt rund um die Insel, auf der wir noch einmal drei ausserhalb der Insel gelegene „Wats“ besuchten. Diese fanden wir wieder wesentlich interessanter und auch gut erhalten, bzw. schön restauriert. Die eine enthält die grösste sitzende Buddhastatue in Thailand – leider momentan hinter einem Gerüst versteckt. Die dritte ist ziemlich weitläufig und so gelegen, dass sie sich ausgezeichnet für Sonnenuntergangföteli eignen würde. Dummerweise war unser Boot aber schon etwas spät dran, so dass wir nur noch kurz die schöne Stimmung bewundern konnten.

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Danach wurden wir auf dem Nightmarket abgesetzt. Da wir aber bereits ein bestimmtes Restaurant am Fluss im Auge hatten, fuhren wir gleich mit einem Tuktuk dahin. Das Restaurant und v.a. auch die „location“ direkt am Fluss war sehr schön – leider war die Menüauswahl aber sehr dürftig – da musste halt das gute alte Sweet&Sour Chicken mit Reis wieder herhalten…

Wieder zurück im Guesthouse wollten wir unsere inzwischen frisch gewaschene Wäsche abholen. R hatte am Vortag noch gefragt, ob jemand ev. ihre kaputten Sachen flicken könne (Loch im Tischi und Schranz in der eingenähten Geldtasche bei den Hosen). Da die Mädels es aber offensichtlich vergessen hatten, machten sie sich noch am selben Abend mit Nadel und Faden dahinter. R war ihnen sehr dankbar!

Tom
Tom

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