A good deal..

Dominical, 12. – 15. September 2007

Auch an unserem letzten Abend in der Corcovado Jungle Ecolodge blieb es trocken. Deshalb setzten wir uns im „Tree House“ auf die Aussichtsterrasse und erlebten einen wunderschönen Nachteinbruch, konnten viele Vögel beobachten und so richtig zuschauen, wie der Tag in allen möglichen Farben in die Nacht überging. Das war sehr gemütlich. Uns leistete David, der 12jährige Sohn der Nachbarsfamilie, Gesellschaft. Er war nicht besonders gesprächig, aber unser Fernglas benutzte er rege, auch unsere Kamera interessierte ihn und er machte ein paar Föteli.

Während der ganzen Zeit in der Lodge wurden wir häufig von drei Katzen begleitet. Sie benahmen sich eher wie Hunde, begleiteten uns vom Essplatz in unser Hüttli, legten sich vor der Hütte nieder und miauten am Morgen, sobald sie etwas von drinnen hörten. Ganz speziell.

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Beim Abendessen kam uns in den Sinn, dass David sicher gerne ein Swiss Army Knife besitzen würde. Wir haben bisher keine Gelegenheit gehabt, eines zu verschenken. Das heisst, wir schenken sie ja auch nicht jedem, aber hier dachten wir, dass wäre nun mal eine dieser Gelegenheiten. Nach dem Abendessen holte T das Sackmesser, rief David, fragte ihn, ob er gerne so ein Messer hätte und zeigte es ihm. David, ganz Tico in diesem Fall, nickte mit einem verhaltenen Smile, nahm das Messer entgegen, schüttelte T die Hand, bedankte sich und klopfte T dann auch noch richtig kumpelhaft auf die Schulter! Filmreif! Er hat sich sehr gefreut und nachher in einer ruhigen Ecke das Messer von allen Seiten begutachtet und ausprobiert. Bei David hat man sehr gut gemerkt, dass Costa Rica, wie eigentlich ganz Lateinamerika eine Männerwelt ist. Die Frauen haben nach wie vor die typische Hausfrauenrolle inne und die Männer das Sagen in der Familie. David war dementsprechend auch ganz auf T fokussiert. Wenn er etwas machte oder sagte, schaute er beifallheischend zu T. Es wäre nicht ganz das gleiche gewesen, wenn er das Messer von einer Frau bekommen hätte.

Auch an diesem Abend gingen wir früh ins Bett, vorallem auch, weil wir am Morgen bereits um fünf aufstehen mussten. Um sechs gab es Frühstück und um 6.30 Uhr wurden wir abgeholt, um wieder an den Strand nach Aqujitas zu fahren. Dieses Mal mit einem anderen Gefährt, etwas grösser als ein Jeep und uralt. Der Fahrer entschuldigte sich, dass das Gefährt so alt sei, aber wir meinten zu ihm, die Hauptsache sei ja, er komme über den Fluss. Dieses Mal war der Fluss aber nur noch halb so hoch, weil es die ganzen drei Tage fast nie geregnet hatte. Fast nie, ausser in der letzten Nacht, in der uns das laute Prasseln auf das Blechdach nicht mehr so gut schlafen liess.

Am Strand holte uns wieder ein Passagierboot ab. Wieder gab es einen Nasseinstieg. Am Beach sahen wir nochmal die wunderschönen farbigen Aras und hörten ihr Gekrächze. Während wir der Beach entlangfuhren, sahen wir auch noch ein grosses Krokodil ins Wasser gleiten ..und dann verabschiedeten wir uns vom Corcovadogebiet.
Das war ein schönes Erlebnis, auch wenn wir nach vier Tagen Schwitzen, feuchten Kleidern und vielem Getier, sprich Insekten, Spinnen und Heuschrecken im Zimmer gerne wieder in die Zivilisation zurückkehrten.

Die Bootsfahrt zog sich dahin, weil das Boot viel weniger schnell fuhr als bei der Hinfahrt. Ausserdem hatten die Bänke im Boot keine Lehnen, weswegen wir ganz schön Rückenweh bekamen und froh waren, als wir die Bootsanlegestelle in Sierpe sahen. Dafür war die Rückfahrt etwas günstiger als die Hinfahrt.

In Sierpe holten wir unser Auto, besuchten in Palmar Norte nochmal den Bankomat (Corcovado ist kein Billiggebiet) und fuhren direkt nach Dominical. Dort wollten wir die nächsten drei Tage ausruhen, Bilder sortieren und uns im Internet schon ein wenig über Neuseeland orientieren. Um dies zu tun, brauchten wir eine entsprechende Unterkunft, sprich schönes Zimmer, Swimmingpool und am besten noch Wireless, und das alles zu einem anständigen Preis.
8 Unterkünfte schauten wir an, das war ganz schön zeitintensiv. Aber es lohnte sich. Nachdem wir kleine Zimmerkäfige, dafür Pool – grosse Zimmer, dafür dreckiger Pool – grosse Zimmer und schöner Pool, dafür sauteuer – gesehen hatten, sahen wir per Zufall eines, das einen ganz schönen Pool und schöne Zimmer hatte. R fragte die Dame des Hauses, eine Amilady, ob’s einen Discount gäbe, wenn wir drei Nächte bleiben würden. Sie war ein „tough cookie“ und sagte wortwörtlich: “I tell you what. If you pay me today, you pay me in cash, you can have it for 40 Dollars, you get breakfast and a cocktail in our bar. Don’t tell me, that isn’t a good deal!“ Das war’s tatsächlich und so zogen wir ein.
Nach dem Mittagessen brachten wir unsere Wäsche in die Lavanderia (das war noch nie so nötig wie jetzt nach Corcovado) und besuchten wieder einmal ein Internetcafe. So gegen drei Uhr fing es an, stark zu regnen. So stark, dass gegen sechs Uhr der Fluss neben dem Hotel bedrohlich anschwoll. Aber weiter vorne war gleich die Meeresmündung, sodass genug Platz zum Abfliessen da war.
Leider regnete es den ganzen Abend, darum gingen wir gleich in die hoteleigene Bar, wo wir ja sowieso einen Cocktail zu gute hatten und assen dort was Kleines. Da wir schon seit fünf Uhr auf waren, gingen wir schon bald schlafen.

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Am nächsten Tag war Ausschlafen angesagt, gemütlich frühstücken, im Pool bädelen, Bücher in der hoteleigenen Bibliothek aussuchen (wir dürfen auch ein paar mitnehmen), den Beach besuchen (die Wellen waren aber etwas braun und nicht so gross), in einem Café mit WLAN Text und Bilder hochladen und wieder bädelen. Rund um den Pool haben sich ein paar Iguanas häuslich niedergelassen. Man hat das Gefühl, sie gehören zur Familie und liegen da wie Hauskatzen oder Hunde ungestört rum. Erstaunlicherweise blieb der Regen aus. Deshalb gingen wir gegen fünf Uhr an den Strand und konnten einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten. Die Wellen waren auch viel schöner als am Morgen. Dementsprechend waren auch mehr Surfern draussen. Dominical ist bekannt für seine Monsterwellen und gilt deshalb auch als Surfermekka. Die Wellen sind zwar nicht so hoch, aber sehr lang.

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Nach dem Sonnenuntergang spazierten wir zu einem italienischen Restaurant, das einem Holländer gehört. Ein sehr schönes Restaurant mit ausgezeichnetem und eher teurem Essen. Hier gehen bestimmt keine Einheimischen hin. Dafür wars voll mit Amerikanern, die sich hier vermutlich Häuser gekauft hatten. Der Ausverkauf hat auch in Dominical angefangen, das bisher eher verschont geblieben war. Man kann heute schon überall in Costa Rica mit US-Dollars bezahlen. Es ist wohl eine Frage der Zeit, bis der Colones abgeschafft wird.

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Heute ist wohl unser letzter richtiger Faulenzertag in Costa Rica an einem Beach. Es gefällt uns sehr gut hier. In Dominical haben wir aber auch zum ersten Mal Bekanntschaft mit den kleinen, bissigen Käfern oder was immer das ist, gemacht. Moskitos hat es nicht sehr viele, doch so ab ca. 17 Uhr nachmittags beissen sich winzigkleine Käferchen in der Haut fest. Man sieht sie fast nie und bemerkt sie erst, wenn sie gebissen haben und es saumässig weh tut. Ganz eklig, darum sprayen wir uns von Kopf bis Fuss mit Mückenspray ein, dann beissen sie etwas weniger.

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