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Archive for Nepal

…und Staub zu Staub

Kathmandu und Nepal, 18. bis 31. März 2008

Da wir mit Berichterstattung ziemlich in Verzug geraten sind, folgt hier nur eine Zusammenfassung unseres Aufenthaltes in Nepal.

Von Lhasa flogen wir über das imposante Himalayagebirge - die verschneiten Gipfel zogen fast auf Augenhöhe an uns vorbei. Unter vielen anderen war auch der Mount Everest.zu sehen. Ab und zu gab es ein paar deftige Luftlöcher, bei denen das Flugzeug erschreckend weit runtersackte. Nicht sehr angenehm, aber schlussendlich landeten wir doch noch sicher in Kathmandu.

Zu unserer Überraschung war es hier mit rund 25 Grad sommerlich warm, obwohl Kathmandu auch auf immerhin 1300 m.ü.M.liegt. Um ein sogenanntes „Visa bei Ankunft“ zu erhalten, mussten wir zwei Formulare ausfüllen, ein Föteli parat machen und 30 Dollar bezahlen.

Als wir aus dem Flughafengebäude herauskamen, stürzten sich die Reporter wie die Geier auf uns und wollten Augenzeugenberichte bezüglich der Geschehnisse in Lhasa. Allerdings hatten wir nicht wirklich Lust, mit dem Rucksack auf dem Buckel Interviews zu geben und boten ihnen stattdessen an, uns doch später im Hotel zu besuchen.

Im Hotel „Ganesh Himal“ genossen wir es richtiggehend, wieder einmal ungefilterte News und englischsprachige Sender und Filme schauen zu können. Dafür gibt es in Kathmandu, bzw. Nepal ein Elektrizitätsproblem. Ziemlich regelmässig wird am Abend und manchmal auch am Morgen der Strom abgestellt, was dann kein Fernsehen und etwas unangenehmer, kein warmes Wasser bedeutete.

Das scheint hier aber kaum jemanden zu stören. Viele Geschäfte und Restaurants haben kleine Generatoren, damit es zumindest nicht ganz dunkel ist. Ansonsten nimmt das geschäftige Strassenleben mehr oder weniger seinen gewohnten Lauf – einfach im Finstern..

Nachdem wir uns via E-Mail und traveldiary wieder zurückgemeldet hatten, machten wir uns auf ins etwa 10 Gehminuten entfernte „Thamel“. Thamel ist Kathmandus berühmte Touri- und Traveller-Meile. Dort gibt es u.a. zahlreiche Bars, Restaurants, viele Reisebüros für Trekkings etc. und eine Unmenge von Läden mit kopiertem Ourdoorequipment (The North Face, Mammut, Columbia etc.).

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..”Thamel”

So lecker die Mittag- und Abendessen in China jeweils auch waren, lief uns hier beim Anblick der vielen Bäckereien und Cafés, in denen es Gebäck, Croissants und richtigen Kaffee gab, geradezu das Wasser im Mund zusammen – und sogar überall Menükarten auf englisch :-)

Da wir in Lhasa einen Teil unserer Kleider in einer Wäscherei zurücklassen mussten, versuchten wir in Thamel, unsere empfindlich reduzierte Garderobe entsprechend wieder zu ergänzen. Zumindest Hosen mussten her, da unser Bestand inzwischen auf nur noch jeweils ein Stück geschrumpft war.

Trotz der seeehr vielen Outdoorläden mussten wir ernüchtert feststellen, dass dies nicht ganz einfach werden würde. Die Klamotten sahen mit ihren aufgenähten Markenlogos von weitem ganz gut aus. Aus der Nähe betrachtet ist der Unterschied bezüglich Material, Passform oder Qualität halt doch sehr gross. Schlussendlich fanden wir doch noch ein Geschäft mit Original-Kleidern – halt etwas teurer, dafür haben wir nun wieder 2 Paar Hosen, die bis zum Schluss der Reise halten sollten.

Folgende Sehenswürdigkeiten schauten wir uns in Nepal an:

„Durbar Squares“:
Das sind grosse, mit verschiedenen historischen Tempeln und Gebäuden bestückte Plätze, die sich früher gegenüber dem Königspalast befanden. Im Kathmandu-Tal gibt es drei verschiedene Durbar-Squares – in den drei ehemaligen Königreichen Kathmandu, Patan und Bakhtapur. Das Layout und die Gebäude auf den drei Plätzen ähneln sich. Der grosse Unterschied besteht eigentlich darin, dass nur derjenige von Bakhtapur verkehrsfrei ist und uns deshalb am besten gefallen hat..

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„Swayambhunath“
Wird auch „Monkey Temple“ genannt und ist eines der ältesten und wichtigsten buddhistischen Heiligtümer. Das Kloster mit seiner riesigen Stupa (zweitgrösste der Welt) thront im Westen Kathmandus auf einem kleinen Hügel über der Stadt.

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„Chitwan National Park“
Nepals ältester Nationalpark, v.a. bekannt für das nur noch hier anzutreffende Indische Nashorn (Population ca. 400) und den sehr scheuen bengalischen Tiger (Population ca. 107).
Die äusserst kurvige und ziemlich aufregende Busfahrt (unterwegs sahen wir etwa 4 verunfallte Busse..) bis Bharatpur dauerte rund 5 Stunden. Von dort ging’s nochmals 1 Stunde weiter mit einem Kleinbus, dann folgte eine Flussüberquerung auf einem Kanu und schlussendlich brachte uns ein Jeep in 30 Minuten Holperfahrt zum Dschungelcamp.

Die „Temple Tiger-Lodge“ liegt mitten im Nationalpark und ist deshalb ein idealer Ort, um von dort auf Elefantensafari zu gehen. Das bedeutet nicht, dass wir Elefanten beobachteten, sondern dass wir uns auf dem Rücken einer Elefantendame durch den Dschungel schaukeln liessen, um Nashörner, Vögel, Rehe, Affen oder vielleicht sogar einen Tiger aufzustöbern.

Jeweils morgens um 7.00 ging’s für 1 ½ Stunden auf Safari – ein ganz besoderers Erlebnis, so auf einem Elefantenrücken durch den erwachenden Dschungel zu reiten. Ist zwar nicht besonders komfortabel, da man ständig hin- und her geschüttelt wird. Dafür sind die Nashörner und anderen Viecher an die Elefanten gewöhnt und rennen nicht davon, wenn einer mit ein paar Touris auf dem Rücken dahergetrottet kommt. So hatten wir dann auch die Gelegenheit, mehrere Nashörner ganz aus der Nähe betrachten zu können! - ein Tiger ist uns aber leider keiner über den Weg gelaufen. :-o

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„Nagarkot“
Liegt 32 Kilometer östlich von Kathmandu auf rund 19200 m.ü.M. am Rande des Kathmandu-Tales und ist somit der perfekte Ort, um die grandiose Aussicht auf das Himalayagebirge geniessen zu können. Leider war uns hier ausnahmsweise das Glück nicht hold und während unseres ganzen Aufenthaltes versperrte ein hartnäckiger Dunst/Nebel/Smog? den erhofften Blick auf die imposanten Schneeberge. Janu, da kann man nix machen ;-( …zumindest der Sonnenaufgang war nicht so übel.

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„Boudhanath “
Ist eine der heiligsten buddhistischen Stätten in Nepal mit der weltgrössten Stupa! Es ist ein wichtiger Pilgerort für die Exil-Tibeter. So hat man dort auch das Gefühl, wieder zurück in Tibet zu sein. Man sieht viele tibetische Mönche und Pilger, Gebetsmühlen-drehend um die gewaltige Stupa laufen. Rundherum hat es viele Souvenirgeschäfte und verschiedene buddhistische Tempel mit den typischen Butterlampen.

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„Pashupatinath temple“
Ist Nepals heiligster Hindu Tempel, der Göttin Shiva geweiht und liegt am Ufer des heiligen Flusses Bagmati. Das Eindrücklichste an diesem Tempel ist die Tatsache, dass hier die Toten kremiert werden und die Asche dann in den Fluss geschüttet wird - ..und man kann dem Geschehen auf einer Art Gallerie von der anderen Flussseite zusehen! Für uns schon ein sehr faszinierender, wenn auch ziemlich bizarrer Anblick!

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Ach ja, und da war auch noch das „Holi-Festival“, auch Festival der Farben genannt. Ein populäres in Indien und Nepal zelebriertes Frühlings-Fest, das vom 22. bis etwa 24. März dauert, je nach Region an etwas unterschiedlichen Tagen. An diesen Tagen schmeissen sich die Leute kleine Plastikbeutel mit (gefärbtem) Wasser oder farbiges Pulver an. Vor allem die Kids haben eine Riesenfreude dran. Offenbar sind (junge) Frauen das primäre Ziel – und auch Touris werden nicht verschont. Wir kriegten beide eine Ladung ab – zum Glück aber nur ungefärbtes Wasser ;-)

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Abgesehen von Wasserballons erwischte uns in den letzten zwei Tagen in Nepal leider auch noch eine Magengeschichte, die uns hartnäckig zu schaffen macht – irgendwie scheint uns das nepalesische Essen nicht so zu liegen. Hoffentlich wird’s in Mumbai, unserem nächsten Ziel etwas besser.

Abschliessend noch eine Bemerkung zum Verkehr. Nepal rangiert unter den ärmsten Ländern der Erde. Dies macht sich neben vielen anderen Aspekten auch beim Verkehr bemerkbar. Abgesehen davon, dass es ausgesprochen chaotisch zu und her geht, ist die Luft v.a. im Stadtbereich manchmal unterträglich staubig und stinkig. Die Strassen sind praktisch überall in einem unsäglichen Zustand. Eigentlich haben wir das bisher noch nie in einem solchen Ausmass erlebt – allerdings ist Nepal wohl eines der ärmsten Länder, in dem wir bisher individuell unterwegs waren, und es ist verständlich, dass die Menschen hier andere Sorgen haben, als kaputte Strassen…

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