„Sam Poh Tong“ & „Perak Tong“

Ipoh, 6. bis 9. Dezember 2007

Bei unserem letzten Frühstück auf der Terrasse des „Pulau Pangkor Island Beach Resorts“ fing es zu tröpfeln an – das machte uns den Abschied vom „Paradies“ etwas leichter.. ;-). Mit der Fähre fuhren wir wieder nach Lumut, wo wir um 10.00 Uhr eintrafen und gleich am Busbahnhof ein Tticket nach „Ipoh“ kauften. Bereits um 10.20 Uhr fuhr der nächste Bus ab – perfekt!

Der Bus traf denn auch fast pünktlich am Terminal ein – allerdings war es nicht gerade das neueste Modell, ..(was bei einem Fahrpreis von rund CHF 3.00 auch nicht zu erwarten war). Es hatte dafür aber angenehm wenig Fahrgäste und genug Platz für unsere Backpacks. Nachdem der Fahrer den Motor mit Müh und Not starten konnte, fuhren wir etwa 10 Meter, bevor er (der Motor) komplett den Geist aufgab und auch die vereinten Wiederbelebungsversuche von Chauffeur und Busbegleiter nichts fruchteten. So blieb der Bus halt mal in der Ausfahrt stehen und der Busbegleiter versicherte uns wiederholt, dass wir in Kürze abfahren würden. Na, so wie der Motor tönte, ..oder eben nicht tönte, wohl eher nicht ;-)

Mittlerweile hatte sich vor dem Bus ein kleines Grüppchen angesammelt, das das Problem intensiv zu diskutieren schien. Plötzlich kam der Chauffeur wieder rein, um die Handbremse zu lösen – wollten sie womöglich den Bus anschieben?! Nein, doch nicht – das Gefährt versperrte einfach mehreren parkierten Autos die Ausfahrt und musste also da weg. Mit einem schweizerisch-malaysischen „Joint-Venture“ schafften wir es, den Bus wegzuschieben. Als um 11.00 Uhr der nächste Bus im Busbahnhof eintraf, konnten wir auf diesen umsteigen. Wir verabschiedeten uns von dem netten Buskontrolleur, der sich tausendmal entschuldigte und wünschten ihm viel Glück.

Die Fahrt dauerte ca. zwei Stunden und war sehr interessant und abwechslungsreich. Wir passierten mehrere kleinere Ortschaften, kamen an verschiedenen grösseren und kleineren Moscheen vorbei und fuhren durch ländliche Gegenden mit Palmwäldern (..um das begehrte Palmöl zu gewinnen, wird allerdings viel Urwald gerodet). Der Bus hielt häufig und ständig stiegen Leute ein und aus – zwischendurch wurde es ziemlich voll, sodass wir unsere grossen Rucksäcke auf die Knie nehmen mussten. Ein muslimisches Mädchen war dann auch ziemlich dankbar, dass sie neben R noch ein Plätzchen fand, da es ihr offenbar nicht erlaubt ist, sich neben einen Mann zu setzen.

In Ipoh angekommen, erkundigten wir uns nach dem Bahnhof – in dem sich auch unser Hotel befand.. Nach einem etwa 10-minütigen Fussmarsch kamen wir beim Bahnhof von Ipoh, bzw. dem Hotel „Majestic“ an. Das ziemlich eindrückliche Gebäude im Kolonialstil wird scherzhaft auch als „Taj Mahal“ von Ipoh bezeichnet. Na ja, soviel Ähnlichkeit ist nun auch wieder nicht vorhanden – ist aber trotzdem ein beachtliches Bauwerk, so ganz in weiss. Und dort wohnten wir im zweiten Stock. Das Majestic ist zwar bei weitem nicht so majestätisch (..scheint irgendwie auch noch ein Stundenhotel zu sein), aber die Zimmer sind gross mit Aircondition und gleich vor der Zimmertür hat es eine riesige Veranda (für alle Zimmer), von der man auf das Stadthaus, die Altdstadt und die grosse Moschee sieht. Ein angenehmes Plätzchen zum Verweilen, wenn es regnet – was es auch öfters tat. Im Zimmer entdeckten wir auch wieder den Pfeil, der Richtung Mekka weist – eine Dienstleistung von Hotels in Malaysien für ihre islamischen Gäste, damit die jederzeit wissen, in welche Richtung sie beten müssen.

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Später am Nachmittag liefen wir zur Tourist Information, deckten uns mit Informationen über Ipoh ein und erhielten gleich noch ein paar Geschenklein, unter anderem eine 3-D-Faltbrille aus Karton mit ein paar 3D-Bildern – witzige Idee, funktioniert aber irgendwie nicht so ganz, wie es sollte. Danach probierten wir Ipoh-typisches Essen: „Hor Fun“ (Nudelsuppe mit Huhn) und den White Coffee, wobei der Coffee nicht so unserem Geschmack entspricht.

Frisch gestärkt suchten wir wieder einmal einen ATM, um unsere Bargeld-Reserve aufzustocken. Danach marschierten wir durch die Stadt bis zu einem grossen Shoppingcenter, wo wir uns wieder mit diversen notwendigen Sachen versorgten und ein Internetcafe suchten. Internet fanden wir allerdings nicht, dafür ein Grünteeeis: Etwas gewöhnungsbedürftig, aber gar nicht so schlecht :-o Da es schon dunkel war und immer noch regnete, fuhren wir mit dem Taxi zum Hotel zurück, setzten uns auf die gedeckte Veranda und hörten dem Muezzin zu, dessen Abendgebet gerade aus dem Lautsprecher des nahe gelegenen Minaretts schallte.

Am nächsten Morgen assen wir gleich auf der Veranda das inbegriffene Frühstück: War aber nicht allzu üppig und bestand aus Toast, Baked Beans, Wursträdli und gebratenen Nudeln. Anschliessend liefen wir zur Busstation und suchten den Bus Nr. 66, der uns zum Höhlentempel „Sam Poh Tong“ in Gunung Rapat bringen sollte. Der Bus-Kontrolleur sagte uns schon, dass es ca 15 Minuten bis zum Tempel seien und winkte uns, als wir aussteigen sollten. „Sam Poh Tong“ ist offenbar der grösste Höhlentempel in Malaysien und wurde ca. 1890 entdeckt. Auch heute noch leben dort buddhistische Mönche und Nonnen.

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Nach etwa 2 Stunden fuhren wir mit dem Bus 66 wieder zurück zur Busstation und mit dem Bus 141 gleich wieder weiter zu einem zweiten Höhlentempel im Norden von Ipoh, dem „Perak Tong“ in Gunung Tasek. Eine Busfahrt kostet ca. 30 Rappen und auch hier winkte uns der Busbegleiter wieder, als wir aussteigen mussten. (solche kleinen Hilfeleistungen sind für uns sehr wichtig, da wir jeweils kaum eine Ahnung haben, wo wir denn nun ein- oder aussteigen müssen..)

Dieser Tempel war um einiges eindrücklicher als der andere. In der Höhle hat es sehr schöne Felsmalereien – überall waren kleine Tempel in die Höhlennischen hineingebaut und gleich beim Eingang wurden wir von einer 12.8m hohen Buddhastatue begrüsst. Hier konnte man 352 Treppenstufen hinaufsteigen und hatte von oben eine gute Aussicht auf Ipoh und die Hügel rundherum. In einem Baum neben der Treppe hatte sich eine Affenfamilie niedergelassen.

Wieder unten kauften wir eine Kerze, die aussah wie eine Lotusblüte und opferten diese dem grossen Buddha. Danach setzten wir uns hin und tranken Tee, der hier für die Pilger bereit steht, und liessen die Eindrücke auf uns wirken. Das Herumwandern in diesen speziellen Höhlentempeln und all die Buddhas und Wandmalereien zu besichtigen hat uns sehr, sehr gut gefallen.

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Danach mussten wir zuerst mal rausfinden, wo wir denn auf den Bus zurück nach Ipoh warten sollten. Wir standen einfach mal an die Strasse vor dem Tempel, was aber offenbar falsch war. Ein Mann gab uns zu verstehen, dass wir uns irgendwo weiter hinten hinstellen sollten.- okay, für uns sah es aber auch weiter hinten nicht wirklich nach Busstation aus, aber er wusste es sicher besser als wir ;-) ..und tatsächlich, ca. eine halbe Stunde später kam ein Bus und hielt direkt bei uns.

Wieder zurück versuchten wir nochmal unser Glück, in einem Internet-Cafe eine Unterkunft über Weihnachten zu finden – scheint schwierig zu werden.

Am nächsten Tag gaben wir unserer Kaufeslust ein birebitzeli nach und gingen shoppen. Drei Musik-CD’s (sind etwa halb so teuer wie bei uns..) ..dazu gab’s gleich noch ein gratis Karaoke-Mikrofon. Und wie deckten uns mit ein paar speziellen Toilettensachen ein, die wir auch zu Hause gut gebrauchen können. Das alles, zusammen mit einigen Dingen aus unserem Rucksack, die wir nicht mehr brauchen, quetschten wir in ein „Postpac“ der malaysischen Post – 5.8 kg Seefracht für Fr. 17.–. In ca. 3 Monaten sollte das Paket zu Hause eintreffen..

Auf dem Rückweg wanderten wir durch die Chinatown, wo wir ein  „DimSum“ Restaurant entdeckten. Das war wieder eine neue Erfahrung für uns, da man dort nicht einfach anhand einer Menükarte bestellt, sondern es kommt laufend jemand mit einem Riesentablett mit verschiedenen DimSums an den Tisch und man wählt aus, was man möchte. Die frittierten Dim Sums kriegt man dann gleich frisch auf den Teller, die anderen brauchen noch eine kurze Zeit in der Küche, wo sie gedämpft werden. Mmmh, das war lecker.

Am späteren Nachmittag war auf der Hotelveranda plötzlich ein offenes WLAN vorhanden, so dass wir den Abend nochmals mit Unterkunft-Suche verbrachten. Wir haben zwar noch keine, aber immerhin konnten wir mal ein paar Anfragen losschicken und auch noch einige andere Sachen herausfinden. (..aktueller Zwischenbericht vom 10.12.: Inzwischen haben wir in einem einfachen, aber vielversprechend klingenden Beach-Resort auf „Koh Lanta“ in Thailand vom 18. – 26.12 ein Hüttchen gefunden :-))

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